Theresa Schmid engagiert sich in Bolivien
„Wir wollen keine Besserwisser sein“

Altenberge -

Eine nachhaltige Lösung für Schulgärten entwickeln – und das im bolivianischen Hochland: Das Projekt ist Theresa Schmid mit Schülern und Lehrern einer landwirtschaftlichen Berufsschule angegangen. Die gebürtige Altenbergerin ist drei Monate als Ehrenamtliche in Bolivien gewesen.

Donnerstag, 08.08.2019, 17:24 Uhr
Gemeinsam mit einem Schüler und einem Dorfbewohner spricht Theresa Schmid in Bolivien über die Pläne für den Schulgarten. Die Berufsschüler planen die Kräutergärten für die Grundschulen (kl. Bild l.). Schmid reiste mit ihrem Kurs unter anderem zur Dorfschule von Allpaka (kl. Bild u.).
Gemeinsam mit einem Schüler und einem Dorfbewohner spricht Theresa Schmid in Bolivien über die Pläne für den Schulgarten. Die Berufsschüler planen die Kräutergärten für die Grundschulen (kl. Bild l.). Schmid reiste mit ihrem Kurs unter anderem zur Dorfschule von Allpaka (kl. Bild u.).

Bäume und Pflanzen in karger Erde wachsen lassen: Das war die Herausforderung, der sich Theresa Schmid und Schüler und Lehrer einer landwirtschaftlichen Berufsschule in Bolivien stellten. Die gebürtige Altenbergerin Schmid verbrachte drei Monate als Freiwillige in dem südamerikanischen Land, um mit den Schülern ein Projekt zu realisieren.

Vor einem Jahr traf die Architekturstudentin die Entscheidung, sich neben ihrem Studium sozial zu engagieren. Die studentische Initiative Aktion Sodis an ihrem Studienort Aachen bot ihr dafür den geeigneten Rahmen, heißt es im Pressetext.

Die Ehrenamtlichen setzen sich für bessere Lebensbedingungen in Micani, einer Region im Andenhochland ein, die der Bevölkerung nicht nur durch die karge Natur viel abverlangt. Ihr Ziel: Der ländlichen Bevölkerung der ärmsten Region Boliviens zu helfen. Die Aktion Sodis will langfristig erreichen, dass die „Entwicklungshilfe“ durch Bildung und Nutzung der eigenen Ressourcen überflüssig wird.

Die Studenten arbeiten an Projekten zu den Themen Gesundheit, Hygiene und Infrastruktur. „Wir wollen auf keinen Fall Besserwisser sein“, sagte Schmid. Mit modernen Medien, einem regelmäßigen Freiwilligendienst der Mitglieder und durch die bolivianische Schwesterorganisation „Fundación Sodis“ haben die Aachener Studenten ein verlässliches Netz mit der lokalen Bevölkerung geknüpft.

Was ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um vor Ort etwas bewirken zu können? Schmids Antwort kam schnell: „Das gegenseitige Verständnis. Zwei vollkommen unterschiedliche Kulturen treffen aufeinander und arbeiten eng zusammen. Um zum Ziel zu kommen, muss man einander verstehen lernen.“

Doch wie funktioniert die Projektarbeit vor Ort? Als Schmid zum ersten Mal vor den Landwirtschaftsschülern stand, erörterte sie mit ihnen zentrale Probleme der Dörfer im Hochland: Die Ressourcen sind knapp, die Gemeinden sind schwer zu erreichen und die größte Herausforderung ist der Mangel an Wasser.

Gemeinsam mit den Schülern erarbeiteten die Lehrer und Schmid ein realistisches Projekt: Die Schulgärten in vier entlegenen Gemeinden der Region sollten weiterentwickelt werden, um eine ausgewogene Ernährung der Schüler zu gewährleisten.

Sieben Wochen arbeiteten sie daran, eine nachhaltige Lösung für die Schulgärten zu entwickeln. Sie entwarfen ein System aus sparsamer Tröpfchenbewässerung und einer Pflanzenauswahl, die die Schulgärten auf verschiedene Weisen unterstützt: Spezielle Pflanzen binden das Wasser im Boden, schützen den Boden vor Erosion und reichern ihn mit Stickstoff an. Außerdem produzieren sie Biomasse, die zum Schutz vor Verdunstung oder als Dünger genutzt werden kann.

Bei dem gewählten Bewässerungssystem werden die Pflanzen gezielt tröpfchenweise bewässert. Die Wassermenge, die ungenutzt verdunstet oder versickert, wird dadurch verringert.

Durch die Kombination dieser Komponenten soll eine Vielfalt an Obst und Gemüse angebaut werden können und so die Schulmahlzeiten ergänzt werden. In den Dörfern im Hochland bilden Kartoffeln und Mais fast täglich und oft ausschließlich die Mahlzeit.

Umgesetzt wurde das Projekt in vier Gemeinden auf etwa 2800 Höhenmetern. „Das zu organisieren, war meine Aufgabe. Vor Ort ließen mich die Selbstständigkeit und das große Engagement der Schülerinnen und Schüler staunen. Sie wuchsen über sich hinaus“, sagte Schmid. „Vor Stolz konnte ich kaum aufhören zu lächeln.“

Drei Tage verbrachten die Berufsschüler intensiv mit den Grundschülern, Lehrern und interessierten Dorfbewohnern. Danach konnten sie in den vier Gemeinden auf Schulgärten blicken, die bestens für die kommende Aussaat ausgestattet sind. Die Komfortzone zu verlassen und eine andere Lebensrealität kennenzulernen, habe den Schülern vieles gelehrt. Auch mit Schwierigkeiten und Spannungen im Team umzugehen, haben sie gelernt und vor allem direkt sehen können, was sie mit ihrem Wissen aus der Ausbildung bewirken können, sagte Jherson, einer der Berufsschüler. Sein Fazit: „Mission erfüllt.“

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