Richterin Christina Hoppe-Krekemeyer
Sie weiß, wovon sie redet

Nordwalde -

Sie stehen nicht im Mittelpunkt, wenn Reiter und Pferde im Parcours oder Dressurviereck um Siegerschleifen wetteifern: die Richter, Parcourschefs und Parcourshelfer. Doch ohne sie würde es nicht gehen. Ein Besuch beim Turnier des Reit- und Fahrvereins.

Sonntag, 11.08.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 17:46 Uhr
Richterin Christina Hoppe-Krekemeyer befestigt die goldene Schleife am Halfter von Mattis, dem Siegerpferd von Fritz Jelkmann.
Richterin Christina Hoppe-Krekemeyer befestigt die goldene Schleife am Halfter von Mattis, dem Siegerpferd von Fritz Jelkmann. Foto: Sigrid Terstegge

Der Sitzplatz hinter den Scheiben im Richterwagen ist hoch genug. Von dort aus hat Christina Hoppe-Krekemeyer einen guten Blick auf den Turnierplatz. Die Spring-Stilprüfung der Klasse E mit 35 Teilnehmern beim Turnier des Nordwalder Reit- und Fahrverein läuft gerade.

Die bunten Hindernisse sind maximal 85 Zentimeter hoch. Kein Vergleich mit denen aus dem schwierigsten S-Springen, wo die Pferde auch schon mal kombiniert knapp 160 Zentimeter hoch und bis zu zwei Meter weit überwinden müssen. Dennoch fällt auch hier ab und zu eine Stange von der Halterung. „Die Unsicherheit in der Distanz an Hindernis zwei war schließlich Grund für den Abwurf an Hindernis drei“, erklärt Richterin Hoppe-Krekemeyer der Reiterin von Carlos Carissimo.

Es geht nicht nur um Zeit und Abwürfe

Nach jedem Ritt erläutert sie, wie die Bewertung zustande kommt. Es geht nicht nur um Zeit und Abwürfe. Beurteilt werden der leichte Sitz, womit die Balance des Reiters auf dem Pferd gemeint ist. Die Einwirkung ist auch wichtig. Hat der Reiter die Kontrolle über das Pferd oder Pony?

Auch die harmonische Bewältigung der gestellten Aufgaben, das Einhalten von Gangart und Tempo, das Anreiten der Hindernisse und der Gesamteindruck während des Wettbewerbs geben Punkte oder Abzüge. „Die Hand war zu fest, so ging Zeit verloren“, heißt es da nach dem Ritt. Gelobt wird natürlich auch. „Sicher und in gerader Linie geritten“, sagt Hoppe-Krekemeyer nach der nächsten Runde.

Die Siegerschleifen verteilt Hoppe-Krekemeyer persönlich

Als Turnierfachkraft mit Trainerschein weiß die Richterin aus Ibbenbüren, wovon sie redet. Deswegen ist wohl auch keiner der Teilnehmer böse, wenn er öffentlich Tipps erteilt bekommt. Ein Lob freut dann natürlich besonders und zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Bei der Siegerehrung heftet die Turnierrichterin höchstpersönlich den Pferden die Schleifen an die Trense.

Aufgebaut hat diesen Parcours Benedikt Schulze-Elberg aus Werne. Er ist der Parcourschef. Mitglieder des Nordwalder Reitvereins sitzen mitten auf dem Platz bei einem Hindernis, das noch nicht gebraucht wird. Wenn nach einem Abwurf ein Sprung wieder aufgebaut werden muss, sind sie schnell zur Stelle. „Das machen alle freiwillig“, erläutert der erste Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, Franz-Josef Melchers.

Alle Vereinsmitglieder müssen mithelfen

Er hat kaum Ruhe, den eigenen Vereinsmitgliedern zuzuschauen. Überall will irgendwer etwas von ihm wissen. Also ist er dauernd auf dem Gelände unterwegs. So ein Turnier zu stemmen, funktioniert nur, wenn alle Vereinsmitglieder helfen.

Das E-Springen gewonnen hat übrigens Fritz Jelkmann aus Billerbeck mit dem Pony Mattis. Aber auch Pferd Norma Jean Baker, bekannter als Marilyn Monroe, war gut unterwegs. Mit Reiterin Marie Ahmann aus Greven wurde sie Zweite.

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