Erster Entwurf eines Fuß- und Radverkehrskonzeptes
Problemfall Münsterstraße

Altenberge -

Bis Ende 2019/Anfang 2020 soll das Fuß- und Radwegverkehrskonzept vorliegen. Ein erster Entwurf liegt nun vor.

Mittwoch, 11.09.2019, 19:00 Uhr
Die Münsterstraße: Für Radler gibt es derzeit keinen beidseitigen durchgehenden Radweg. Alexander Reichert vom Büro „Planersocietät“ könnte sich hier Tempo 30 vorstellen.
Die Münsterstraße: Für Radler gibt es derzeit keinen beidseitigen durchgehenden Radweg. Alexander Reichert vom Büro „Planersocietät“ könnte sich hier Tempo 30 vorstellen. Foto: mas

„Wie weit sind Sie bereit, zu gehen?“, fragte Diplom-Ingenieur Alexander Reichert in die Runde. Ihm gegenüber saßen jüngst Mitglieder des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses. Reichert, Projektleiter von „Planersocietät“ aus Dortmund, legte den ersten Entwurf eines Fuß- und Radwegekonzeptes für Altenberge vor. Dabei bewegt sich das Hügeldorf, wie viele andere Kommunen auch, in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite der zunehmende Pkw-Verkehr, auf der anderen Seite Fußgänger und Radler, die sich sichere und gut ausgebaute Wege wünschen. Und für letztere sieht es insbesondere an den Ausfallstraßen – Münsterstraße, Laerstraße und Borghorster Straße – teilweise nicht besonders gut aus.

Tempo 30?

Die Verkehrsbelastung der drei Straßen sieht wie folgt aus: Borghorster Straße: 6034 Pkw pro Tag; Münsterstraße 14 471 Pkw und Laerstraße 10 385 Pkw.

Um die Situation für Radler zu verbessern, hatte Reichert für jede der drei Straßen Vorschläge unterbreitet:

Für die Borghorster Straße (Breite zwölf Meter) sind mehrere Varianten möglich, so der Gutachter. Ein Vorschlag von Reichert: Aufgrund der Straßenbreite könnte beidseitig ein jeweils 1,75 Meter breiter Radweg angelegt werden – zusätzlich ein zwei Meter breiter Parkstreifen. Für die Fahrbahn verblieben insgesamt sechs Meter.

14471 Pkw

Auch für die Laerstraße hält Alexander Reichert einen beidseitigen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen (Radweg) für umsetzbar (plus Parkstreifen zwei Meter). Die Fahrbahnbreite würde insgesamt 5,50 Meter betragen. Gleichwohl müsse hier der Schwerlastverkehr berücksichtigt werden. Eine Straßenbreite von 2,75 Meter sei für Pkw ausreichend, für den Lkw-Verkehr zwar nicht optimal, aber „insgesamt unproblematisch“, meinte Reichert.

Münsterstraße

Besonders problematisch sei die Situation auf der Münsterstraße, meinte Reichert. Eine befriedigende Lösung für den Radverkehr sei ohne größere Neu- und Umplanungen nicht zu realisieren, so die Einschätzung des Gutachters. „Es gibt kaum Möglichkeiten, hier sinnvolle Schutzstreifen anzulegen.“ Hier seien insbesondere die vielen Zufahren (Edeka, Tankstellen), Fußgänger-Überwege und die Kfz-Belastung ein „großes Problem“. Reichert schlägt unter anderem Tempo 30 vor. Außerdem könnte die Edeka-Ausfahrt aufgepflastert und neu eingefärbt werden. Langfristig, so Reichert weiter, müsse die Münsterstraße einen durchgehenden Radverkehr ermöglichen.

Des Weiteren gab der Ingenieur zu bedenken, dass der Pkw-Verkehr auf Dauer „funktionieren“ müsse. „Sie sind auf das Auto angewiesen.“ Es gebe aber in Altenberge durchaus eine „starke Radfahrer-Lobby“. Das Potenzial, das Fahrrad zu nutzen, „ist hoch“, sagte Reichert. Für Werner Schneider, Fraktionsvorsitzender der Grünen, steht fest: „Wir müssen gute Bedingungen schaffen, damit die Menschen eher bereit sind, auf das Rad umzusteigen.“

Die Erstellung eines Radwegekonzeptes wurde als eine Maßnahme im Rahmen des integrierten Handlungskonzepts „Ortsmitte Altenberge 2030‘“ beschlossen. Parallel dazu hatten die Grünen beantragt, die Gemeinde solle überprüfen, ob Schutz- oder Angebotsstreifen an den drei oben genannten Straßen angelegt werden können. Aus diesem Grund gab es Anfang Juli dieses Jahres erstmals einen Workshop, an dem unter anderem Vertreter des Büros „Planersocietät“ und der Verwaltung, der Parteien und des ADFC teilnahmen.

Wie geht es weiter? Das endgültige Fuß- und Radwegekonzept soll bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2020 vorliegen. Wer weitere Anregungen geben möchte, kann sich an das Büro „Planersocietät“ wenden.

 

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