Pfarrgemeinde stellte Schutzkonzept vor
Ein offenes Ohr haben

Altenberge -

Die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist stellte nun ihr „Institutionelles Schutzkonzept“ vor. „Jeder Mitarbeiter ist gefordert, die Prävention von sexualisierter Gewalt zu einem wichtigen Bestandteil seiner Arbeit zu machen“, heißt es in dem Konzept. Pastoralreferent Norbert Westermann ist als Präventionsbeauftragter einer der Ansprechpartner – ebenso die Jugendheimleiterin Ulla Wilken.

Freitag, 15.11.2019, 19:00 Uhr
Stellten das neue Schutzkonzept vor (v.l.): Heinz Erdbürger, Norbert Westermann, Manfred Wissing, Prof. Dr. Bernhard Büsse, Ulla Wilken und Angelika Wiedau-Gottwald.
Stellten das neue Schutzkonzept vor (v.l.): Heinz Erdbürger, Norbert Westermann, Manfred Wissing, Prof. Dr. Bernhard Büsse, Ulla Wilken und Angelika Wiedau-Gottwald. Foto: nix

„Um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in unserer Pfarrgemeinde bestmöglich zu gewährleisten, ist jede Mitarbeiterin/jeder Mitarbeiter gefordert, die Prävention von sexualisierter Gewalt zu einem wichtigen Bestandteil ihrer/ seiner Arbeit zu machen.“ So steht es in der Einleitung zum Institutionellen Schutzkonzept (ISK) der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist.

Die katholische Kirche macht bereits seit längerer Zeit mit Übergriffs-Vorwürfen Schlagzeilen. Altenberge ist nicht betroffen, doch jetzt sind alle Kirchengemeinden im Bistum Münster angehalten, ein „Schutzkonzept“ zu entwickeln.

„Die Vergangenheit können wir nicht ändern, nur für Opfer ein offenes Ohr haben, entscheidend ist, dass wir heute für die Zukunft handeln“, betonte Pfarrer Heinz Erdbürger. Gemeinsam mit Pastoralreferent Norbert Westermann , Diakon Manfred Wissing, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Professor Dr. Bernhard Büsse, der KoT-Jugendheimleiterin Ulla Wilken und der Vorsitzenden des Pfarreirates Angelika Wiedau-Gottwald stellte er das Schutzkonzept vor. „Es besteht aus zwei Säulen“, so der Heinz Erdbürger. Zum einen steht die Prävention im Fokus, zum anderen das entsprechende Vorgehen – falls tatsächlich glaubhafte Beschuldigungen im Raum stehen.

Grundlage für das Konzept war eine durchgeführte Risiko- und Situationsanalyse durch eine Projektgruppe, bestehend aus Manfred Wissing, Maria Schneider, Verbundleiterin der drei katholischen Kindergärten, und Ulla Wilken. Als Risikozeiten gelten vor allem der Abend, die Nacht und das Wochenende. Auch die Risikoorte, in denen unangemessene Handlungen vorkommen könnten, sind genau definiert. Das können Flure, Gruppenräume, Toiletten und ähnliche Orte sein. Die Projektgruppe analysierte sämtliche Örtlichkeiten der Pfarrgemeinde.

Diakon Wissing ist Hauptkommissar und arbeitet als Opferschutzbeauftragter. „Ich habe feststellen müssen, wie sehr Opfer von Missbrauch, gerade wenn es Kinder sind, ihr Leben lang darunter leiden“, betont Wissing. Jeglicher Bereich der Gesellschaft könne betroffen sein.

„Jeder haupt- und nebenamtlich in der Pfarrei Tätige, der im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeit mit Kindern, Jugendlichen und/oder hilfe- und schutzbedürftigen Erwachsenen zu tun hat, muss ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen“, heißt es in dem Konzept. Dies gilt für alle, die länger als drei Monate in ihrem Bereich tätig sind. Schulungen stehen zur Sensibilisierung aller in dem Bereich Tätigen auf dem Programm.

Pastoralreferent Norbert Westermann fungiert als Präventionsbeauftragter der Pfarrgemeinde und ist Ansprechpartner. Nicht er allein, sondern das ganze Team entscheidet, ob Handlungsbedarf besteht. Kontaktperson für das Team Prävention ist Ulla Wilken. „Es ist wichtig, im zwischenmenschlichen Bereich einen Ansprechpartner zu haben, dem man sich vertrauensvoll öffnen kann“, hebt sie hervor.

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