Talk in Hansell
„Hollywood“ kommt auf das Land

Altenberge -

Vom Musikproduzenten über Schriftsteller und Hutdesignerin bis hin zur revolutionären Powerfrau – zum ersten Talk in Hansell kamen hochkarätige Gäste. Das Moderatorenduo Eva Lörcks und Roland Busch kitzelte aus „Maria 2.0.“-Mitbegründerin Elisabeth Kötter, Otto Bitter, dem Unicef-Chef in Münster, oder Kabarettist Thomas Philipzen heraus, was sein Publikum interessierte.

Sonntag, 24.11.2019, 16:30 Uhr
Die Talkrunde auf einen Blick (v.l.): Thomas Philipzen, Elisabeth Kötter, Eva Lörcks, Jan Loechel, Otto Bitter, Roland Busch, Annette Ehling und Christoph Hochbahn.
Die Talkrunde auf einen Blick (v.l.): Thomas Philipzen, Elisabeth Kötter, Eva Lörcks, Jan Loechel, Otto Bitter, Roland Busch, Annette Ehling und Christoph Hochbahn. Foto: Rainer Nix

Informativ, unterhaltsam und spaßig – so präsentierte sich der erste „Talk in Hansell“ am Freitagabend im wiedereröffneten Gasthof Stermann. Das Moderatorenduo Eva Lörcks und Roland Busch kitzelte aus den hochkarätigen Gästen heraus, was sein Publikum interessierte. Der Mix vom Musikproduzenten über Schriftsteller und Hutdesignerin bis hin zur revolutionären Powerfrau war gut gewählt.

Als Ideengeberin Ulrike Fischer die Gäste begrüßte, war sie schon ein klein wenig nervös. Würde das Format zünden? Die Begeisterung gipfelte in der Publikums-Feststellung: „Heute ist Hollywood aufs Land gekommen.“ Fischer und ihre Mitorganisatorinnen, die Kulturbeauftragte Franziska Mahlmann und Christa Kienast, durften Aufatmen. Eine tolle Veranstaltung – vielseitig, spannend mit einer guten Prise Humor. Regisseur und Moderator Busch ließ für jeden Talk-Gast Video-Intros produzieren, die professionell in das jeweilige Thema einführten.

Große Aufmerksamkeit erfuhr Elisabeth Kötter , Mitbegründerin der Bewegung „Maria 2.0.“ Die Initiative von fünf Münsteranerinnen entwickelte sich zur bundesweiten Protestwelle. „Wir fordern den freien Zugang der Frauen zu allen Kirchenämtern“, erläuterte Kötter. „Und setzen uns für die rückstandslose Aufklärung von Missbrauchsfällen ein.“ Die katholische Kirche ist für sie kein Mythos mehr. „Alles, was sie vertritt, begründet sie aus sich selbst“, kritisiert die Aktivistin. „Es gibt kein Korrektiv.“

Talk in Hansell

1/9
  • Vorweihnachtliches Finale: Die Akteure sangen „Last Christmas“ von „Wham!“

    Foto: Rainer Nix
  • Spaß beim Talken: Thomas Philipzen (links) und Roland Busch.

    Foto: Rainer Nix
  • Annette Ehling zeigte eine kleine Auswahl ihrer Kreationen.

    Foto: Rainer Nix
  • Eva Lörcks talked mit dem Münsteraner Unicef-Chef Otto Bitter (rechts).

    Foto: Rainer Nix
  • Schnell gewann der erste Talk in Hansell die Herzen des Publikums.

    Foto: Rainer Nix
  • Christoph Hochbahn (rechts) spricht über sein neues Buch „Einer von Acht“ und seine Zusammenarbeit mit Dietmar Schönherr.

    Foto: Rainer Nix
  • Elisabeth Kötter und ihre Mitstreiterinnen kämpfen für Frauenrechte in der Katholischen Kirche.

    Foto: Rainer Nix
  • Gefühlvoll singt Jan Loechel seine Eigenkomposition „Home“.

    Foto: Rainer Nix
  • Schnell gewann der erste Talk in Hansell die Herzen des Publikums.

    Foto: Rainer Nix

Otto Bitter, 82-jähriger Unicef-Chef in Münster, bricht eine Lanze für alle Kinder dieser Welt. Der ehemalige Lehrer erlebte in Argentinien, dass der Zugang zu Bildung nicht selbstverständlich ist. Sein Kurzfilm sagte mehr als 1000 Worte. Er zeigte Kinder, die etwas bewegen, die sich einsetzen für eine bessere Zukunft, aktuell allen voran die Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg. Bitter möchte, dass die Kinderrechte 30 Jahre nach ihrer Aufstellung im Grundgesetz verankert werden.

Wandelbar zeigte sich Jan Loechel, Sänger, Musikproduzent, Songwriter und Komponist. In der neuen Staffel „The Voice Senior“ ist er als Side-Coach der Country-Pop-Musiker Boss Hoss aktiv. Ursprünglich von Udo Lindenberg inspiriert, findet er es toll, dass künstlerisch heute Vieles möglich ist: „Du kannst mal Musiker, mal Autor oder etwas anderes sein, alles geht.“

Geradezu mondän wirkte die Laerer Hutdesignerin Annette Ehling. Bunt und abwechslungsreich ist die Welt der Kopfbedeckungen, die in den vergangenen Jahren eine Renaissance erfahren. „Zu mir kommen Idealisten, die das Besondere an sich erkennen und zum Ausdruck bringen möchten“, sagte Ehling, deren Produkte auch auf der Londoner „Hat Week“ gezeigt werden.

Gut gelaunter Spaßvogel der Talkrunde war Thomas Philipzen, bekannt als Teil des Kabarett-Trios „Storno“. Der Schriftsteller Christoph Hochbahn punktete durch seinen Bericht über die Zusammenarbeit mit dem 2014 verstorbenen Schauspieler Dietmar Schönherr in dessen Stiftung. Zum Finale des Hansell-Talks sangen die Akteure mit Unterstützung des Sängers André Fischer „Last Christmas“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7087473?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Ratsanträge: Autos sollen Bussen weichen
An der Weseler Straße gibt es bereits eine Park-and-Ride-Station. Zahlreiche sollen jetzt hinzukommen.
Nachrichten-Ticker