Internetbetrug
Zum ersten Mal Freiheitsstrafe verhängt

Altenberge -

Ein 27 Jahre alter, einschlägig vorbestrafter Altenberger wurde am Mittwoch vom Amtsgericht Steinfurt wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Mittwoch, 08.01.2020, 17:42 Uhr
Internetbetrug: Zum ersten Mal Freiheitsstrafe verhängt

Seine letzte Tat liegt mehr als ein Jahr zurück. Bis heute stehen noch einige bereits verhängte Geldstrafen aus früheren Prozessen offen. Deshalb wurde ein 27 Jahre alter, einschlägig vorbestrafter Altenberger am Mittwoch vom Amtsgericht Steinfurt zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Es ist seine erste.

Weil der Vater eines dreijährigen Kindes seine Geldstrafen aus Prozessen in den Jahren 2016 und 2017 wegen Diebstahls, Betruges, Drogenmissbrauchs und Schwarzfahrens nicht begleichen konnte, saß er bereits als Ersatz dafür im Knast.

Der nach eigenen Angaben früher drogensüchtige junge Mann gab zu, im Januar, März und Oktober 2018 einen Schal, zwei Paar Schuhe und eine Kuscheldecke über ein Internetportal verkauft, die Beträge kassiert, aber die Gegenstände an die jeweiligen Käufer nicht versendet zu haben. Dabei nutzte er das Bankkonto seiner Partnerin und Mutter seines Kindes, die davon nichts wusste.

„Als ich die Akte durchgearbeitet habe, hatte ich mir eigentlich eine ganz andere Person vorgestellt, als die, die mir jetzt gegenüber sitzt. Sie scheinen doch ein ganz vernünftiger Kerl zu sein“, erteilte der Richter dem Angeklagten eine gute Sozialprognose und stellte daraufhin zwei von den vier Betrugsverfahren ein.

So wurden nicht mehr die beiden Schuhbetrügereien, sondern nur noch der Schal im Wert von 25,60 Euro und die Kuscheldecke für 83,99 Euro in die Bewertung des Urteils miteinbezogen. Dazu addiert wurden zwei noch ausstehende Geldstrafen (1100 und 500 Euro) des Amtsgerichts Gronau.

Die Staatsanwältin war sich mit dem Richter einig, dass eine erneute Geldstrafe nicht mehr in Betracht kommen konnte und forderte eine Freiheitsstrafe in Höhe von sieben Monaten mit dreijähriger Bewährungszeit und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Das erschien der Pflichtverteidigerin zu hoch. Sie plädierte auf vier Monate und zwei Jahre Bewährung. Der Richter verurteilte den 27-Jährigen letztendlich zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die er zur Bewährung auf drei Jahre aussetzte. Hinzu kamen 70 Arbeitsstunden und die Rückzahlung der erschlichenen Kaufbeträge.

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