Chorgemeinschaften St. Johannes und St. Lamberti präsentieren erfolgreich den „Messias“
Überaus gelungene vokale Partnerschaft

aLTENBERGE -

Mit der Aufführung des „Messias“ boten die Chorgemeinschaften St. Johannes Altenberge und St. Lamberti aus Münster ihre zweite erfolgreiche vokale Partnerschaft. Denn was die beiden Dirigenten Marco Schomacher und Alexander Toepper den vereinigten Chören an Tönen zu entlocken vermochten, hinterließ einen durch und durch prächtigen Eindruck. Händel schont seine Chorsänger keineswegs. Für die Sopranstimmen ging es hinauf in höchste Höhen, substanzvolle Kraft wie im „Ehre sei Gott“ und federnde Beweglichkeit waren allenthalben im ganzen Ensemble gefragt.

Sonntag, 12.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 15:50 Uhr

Kaum ein Oratorium in der gesamten Musikgeschichte kann mit einer derart weltumspannenden Popularität punkten wie „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel . Und es dürfte auf allen fünf Kontinenten der Erde kaum einen Chor geben, der nicht schon einmal das berühmte „Halleluja“ intoniert hat. Just diesen „Schlager“ aus dem zweiten Teil des Oratoriums gab es beim Konzert am Samstag in St. Johannes allerdings nicht zu hören, denn aufgeführt wurde an diesem Abend „nur“ der erste Teil des „Messias“.

Was durchaus Sinn macht, setzt Händel hier doch die Geschichte von Christi Geburt musikalisch in Szene. Eine perfekte Gelegenheit also, die Weihnachtszeit noch einmal klangvoll abzurunden. Und dies taten die Chorgemeinschaft St. Johannes zusammen mit derjenigen aus Münsters St. Lamberti-Gemeinde: eine vokale Partnerschaft, die schon einmal erfolgreich gelang. So auch diesmal.

Denn was die beiden Dirigenten Marco Schomacher und Alexander Toepper den vereinigten Chören an Tönen zu entlocken vermochten, hinterließ einen durch und durch prächtigen Eindruck. Händel schont seine Chorsänger keineswegs. Für die Sopranstimmen ging es hinauf in höchste Höhen, substanzvolle Kraft wie im „Ehre sei Gott“ und federnde Beweglichkeit waren allenthalben im ganzen Ensemble gefragt. Nicht zuletzt überzeugte auch dessen ausgewogenes, weitgehend homogenes Klangbild.

Wer als Zuhörer mit Händels „Messias“ gut vertraut ist, konnte während dieser Aufführung überraschende Momente erleben. Denn gespielt wurde eine Fassung, die kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart 30 Jahre nach Händels Tod angefertigt hatte. Mozart komponierte nichts Neues, aber er kleidete das Original in neue instrumentale Farben. Und die haben durchaus ihren ganz eigenen Reiz. Etwa dort, wo Klarinetten den Part des Chores bereichern oder Hörner die „Wunderbar“-Rufe unterstützen. Flöten und Oboen treten hinzu und machen die Pifa“, die anmutige Hirtenmusik zu einem üppig orchestrierten Schlaflied an der Krippe. Das sind ganz neue Seiten an einem Werk, das man doch so gut zu kennen glaubt.

Auch die Partien der vier jungen Vokalsolisten schimmern in der Mozart-Version mitunter in neuem Licht dank des zusätzlichen Kolorits im Kourion-Orchester, das sich an diesem Abend wieder einmal als grundsolider instrumentaler Partner empfahl. Sonja Grevenbrock (Sopran), Lea Martensmeier (Alt), Benedikt Brenk (Tenor) und Enno Kinast (Bass) widmeten sich mit Sorgfalt ihren Rezitativen und Arien – Momente inniger Betrachtung des Weihnachtsgeschehens. Wobei die sanft wiegende Sopran-Arie „Er weidet seine Herde“ gewiss zu einem der Höhepunkte dieses „Messias“ zählte, zeigte sie doch ebenso Händels untrüglich gutes Gespür für Melodien mit Ohrwurm-Qualitäten wie den ausnehmend schön timbrierten Sopran von Sonja Grevenbrock.

Und direkt nach Christi Geburt? Da eilen die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe, auch in diesem Konzert. Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung des Geschehens aus dessen Fragment gebliebenem Oratorium „Christus“. Das ist nur wenig Musik, aber sehr schöne. Mit einem Terzett, dem sich neben Solo-Tenor und Solo-Bass noch ein Bariton hinzugesellt (klangschön: Coraghessan Steinbach). Und dem Schlusschoral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ aus den Kehlen der vereinigten Chorgemeinschaften. Von Glanz, Licht und Trost wird da gesungen. Und von all dem lag sehr viel auf diesem festlichen Kehraus zum Ende der Weihnachtszeit, mit Standing Ovations des Publikums in der voll besetzten St. Johannes-Kirche belohnt.

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