Prozess vertagt
Angeklagter schweigt

Altenberge/Rheine -

Wegen einer das Leben gefährdenden Handlung eines Familienvaters und seiner Frau beim Rosenmontagsumzug 2019 in Münster standen drei Angeklagte aus Greven und Altenberge in Rheine vor dem Jugendschöffengericht.

Montag, 13.01.2020, 15:54 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 16:00 Uhr

Wegen einer das Leben gefährdenden Handlung eines Familienvaters und seiner Frau beim Rosenmontagsumzug 2019 in Münster standen gestern drei Angeklagte aus Greven und Altenberge in Rheine vor dem Jugendschöffengericht. Der 19-Jährige aus Altenberge wurde bereits aus der Strafhaft vorgeführt. Er war am 28. Januar 2019 wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und vielem mehr zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Wie der Richter verlas, waren zuvor sieben Straftaten entweder eingestellt, nicht verfolgt worden oder hatten zu Dauerarresten geführt. Deswegen bekam der Altenberger am 28. Januar 2019 keine Bewährung mehr. Ihm wurde neben der Tat in Münster eine weitere gefährliche Körperverletzung am 1. Mai 2019 am Offlumer See von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Dabei soll er seinem Kontrahenten eine Glasscherbe an den Hals gedrückt haben. Als er von der Person weggezogen worden sei, soll er dem Kontrohanten noch einen Faustschlag ins Gesicht verpasst haben.

Der Häftling aus Altenberge machte von seinem Schweigerecht Gebrauch, ihn schien das Ganze eher zu amüsieren. Auch der 17-Jährige aus Greven schwieg zu den Vorwürfen. Nur der 22-Jährige aus Greven sagte aus, dass sie nach dem Konsum mehrerer Flaschen Wodka „total besoffen“ gewesen seien. Sie hätten beim Rosenmontagszug in Münster mit Bier herumgespritzt und deswegen Ärger mit einer Familie bekommen. „Den ersten Schlag bekamen wir von denen“, behauptete er und bagatellisierte die eigenen Taten. „Wie kam es denn dann zu der Schädel-, Rippen- und Brustkorbverletzung des Opfers, und woher hatte der Verletzte die Schnittverletzungen an den Händen?“, fragte der Richter ihn. Eine überzeugende Antwort bekam er nicht. Laut Anklage soll der 17-Jährige aus Greven ein Messer gezogen haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Nach knapp zwei Stunden wurde der Prozess vertagt, weil die Geschädigten aus Münster als Zeugen nicht gekommen waren. Zudem lagen weitere Anklagen vor, die das Gericht beim nächsten Termin mit verhandeln werde, so der Richter.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7190714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Nach Tod in einem Brunnen: Anklageerhebung wegen Mordes
Sohn soll eigene Mutter getötet haben: Nach Tod in einem Brunnen: Anklageerhebung wegen Mordes
Nachrichten-Ticker