Ausstellung eröffnet / Führungen
„Mütter des Grundgesetzes“

Altenberge -

Eine spannende Ausstellung ist bis zum 29. März im Begegnungszentrum an der Kirchstraße 20 zu sehen. Auf Anfrage werden auch Führungen angeboten.

Dienstag, 10.03.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 16:48 Uhr
Eröffneten die Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“ (v. l.): Sandra Lammers, Franziska Mahlmann und Ulrike Reifig. In den Räumen an der Kirchstraße 20 werden bis zum 29. März auch Führungen angeboten.
Eröffneten die Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“ (v. l.): Sandra Lammers, Franziska Mahlmann und Ulrike Reifig. In den Räumen an der Kirchstraße 20 werden bis zum 29. März auch Führungen angeboten. Foto: Rainer Nix

Gut besucht war das Frauenfrühstück des Familienbündnisses Altenberge zum internationalen Frauentag. Höhepunkt im Begegnungszentrum Kirchstraße 20 war die Ausstellungseröffnung „Mütter des Grundgesetzes“, zusammengestellt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend . „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es im Artikel 3 Passus 2 des Grundgesetzes. „Diese klare Formulierung ist auf vier ‚Mütter des Grundgesetzes‘ zurückzuführen“, erläuterte Familienbündnis-Vorsitzende Ulrike Reifig .

Grundgesetz

Es waren Elisabeth Selbert, Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel, die einzigen weiblichen Abgeordneten des 65 Personen umfassenden Parlamentarischen Rates. Dieser tagte vom September 1948 bis Frühjahr 1949 in Bonn. Dort wurde damals über das Grundgesetz beraten, in seiner Urform trat es am 24. Mai 1949 in Kraft.

Gleichstellungsbeauftragte

Sandra Lammers, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Altenberge, sorgte in Kooperation mit dem lokalen Familienbündnis dafür, dass die Ausstellung hier gezeigt werden kann. In ihrem Grußwort verlieh sie genau wie Reifig ihrer Freude darüber Ausdruck, dass diese Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen interessant ist.

Ursprünglich wurde der Internationale Frauentag als Initiative sozialistischer Organisationen vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf für die Gleichberechtigung aus der Taufe gehoben. Zwischen 1933 und 1945 war er allerdings verboten. Dem nationalsozialistischen Frauenideal entsprechend wurde er zum „Muttertag“ umfunktioniert.

Acht Frauen

„Heute feiern wir den Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden weltweit“, so Reifig. Nach 1945 wurde im geteilten Deutschland unterschiedlich mit dem Frauentag umgegangen. Während er in der DDR Staatsfeiertag war, ging seine Bedeutung in der Bundesrepublik allmählich verloren. „1977 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 8. März als Internationalen Frauentag anzuerkennen“, erklärte Reifig. Der Weg zur Gleichberechtigung war und ist steinig. In kleinen, ländlich geprägten Gemeinden gebe es immer noch Räte, in denen keine einzige Frau vertreten ist. „In der Politik gibt es 40 Prozent Bundesministerinnen, 41,1 Prozent Landesministerinnen und 8,1 Prozent Oberbürgermeisterinnen“, machte die Familienbündnis-Vorsitzende deutlich. Mit Blick auf Altenberge erinnerte sie daran, dass 1948 mit der Sozialdemokratin Gertrud Adolph erstmals eine Frau im Gemeinderat vertreten war. „Heute hat der Gemeinderat 26 Mitglieder, davon acht Frauen“, so Reifig.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März dienstags von 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung zu sehen. Telefonische Absprache: Ulrike Reifig, Telefon 01 70/321 38 10, oder über die zweite Vorsitzende des Familienbündnisses, Franziska Mahlmann, Telefon 0 25 05/82 20.

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