Corona-Krise wirkt sich auf die Urlaubspläne aus
Große Flaute im Reisebüro

Altenberge -

Nach den vielen Pleiten vergangener Jahre wird die Reisebranche durch die Coronavirus-Krise erneut in ihren Grundfesten erschüttert. Erich Dües hofft, dass die Krise sich nicht über mehrere Monate hinzieht und seine Reiseagentur wieder vielen Kunden einen schönen Urlaub buchen kann.

Montag, 16.03.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 18:24 Uhr
Ulrich Dües arbeitet seit 24 Jahren in der Reisebranche. So etwas, wie die aktuelle Corona-Krise, hat er noch nicht erlebt.
Ulrich Dües arbeitet seit 24 Jahren in der Reisebranche. So etwas, wie die aktuelle Corona-Krise, hat er noch nicht erlebt. Foto: Martin Schildwächter

Ulrich Dües hofft. Er hofft darauf, dass die Krise in der Reisebranche sich nicht über mehrere Monate hinzieht. „Ich habe Vergleichbares noch nicht erlebt“, sagt Dües, der seit 24 Jahren in der Reisebranche arbeitet.

Wenige Buchungen

In seinem Büro am Marktplatz 7 ist es derzeit sehr ruhig. Und gerade der Monat März gehört in „normalen Zeiten“, blickt Dües zurück, zu den umsatzstärksten Monaten. Von Januar bis März buchen viele Deutsche ihren Urlaub, berichtet der Altenberger. Doch davon ist im Moment nichts zu spüren.

„Die Leute sind einfach verunsichert“, sagt der 56-jährige Reise-Experte im WN-Gespräch. „Sollen wir fahren oder sollen wir die Reise stornieren?“ Mit dieser Frage wird Ulrich Dües momentan täglich konfrontiert. Doch eine verlässliche Antwort kann Dües nicht geben: „Man kann nur die Entwicklung abwarten.“ Jeden Tag ändere sich die Lage – und zwar weltweit.

Geld zurück

Besonders hart treffe es derzeit die Urlauber, die nach Italien reisen möchten, so Dües. Wer zum Beispiel eine Pauschalreise nach Rom gebucht habe, könne diese jedoch kostenfrei stornieren.

Auch Skireisende erhalten ihr Geld zurück, wenn sie ihre Tour über einen Reiseveranstalter gebucht haben, erläutert Dües. Selbst der Flugverkehr ist bekanntlich nach Italien eingestellt worden.

Israel und Vietnam sind ebenfalls Ländern, die keine ausländische Touristen aufnehmen – zudem hat die USA ein 30-tägiges Einreiseverbot für Bürger aus Europa verhängt. „Die Lage ist verzwickt“, meint Ulrich Dües.

Große Verunsicherung

In Gesprächen mit seinen Kunden hat er festgestellt, „dass die meisten in den Urlaub fliegen möchten“. Auf die Kanaren, nach Mallorca oder in die Türkei – alles Ziele, die derzeit noch gut laufen.

Dennoch herrsche bei den potenziellen Urlauben eine große Verunsicherung. Nach den vielen Pleiten der vergangenen Jahre – angefangen mit Air Berlin, über die Airline Germania bis hin zu Thomas Cook – hatte sich Ulrich Dües schon darauf „gefreut, in diesem Jahr ganz normal arbeiten zu können“. Doch daraus wird nun nichts.

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