Der Wochenmarkt in Zeiten der Corona-Pandemie
Kunden sind sehr diszipliniert

Altenberge -

In Zeiten der Corona-Krise dürfen die Wochenmärkte unter den besonderen Sicherheitsaspekten geöffnet bleiben. Mit dem Kundenverhalten sind die Altenberger Marktbeschicker zufrieden. „Treu, diszipliniert und freundlich“, so beschreibt Christian Althues, Sprecher der Marktbeschicker, die Lage. Hamsterkäufe gebe es bei den Käufern allerdings nicht, betont Christian Althues.

Sonntag, 29.03.2020, 13:22 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 16:58 Uhr
Christian Althues, Sprecher der Marktbeschicker, hat in Zeiten der Corona-Krise Kunden bedient, die er bisher noch nie an seinem Käsewagen gesehen hat.
Christian Althues, Sprecher der Marktbeschicker, hat in Zeiten der Corona-Krise Kunden bedient, die er bisher noch nie an seinem Käsewagen gesehen hat. Foto: lem

Die Verbrauchermärkte beschweren sich in Zeiten der Corona-Krise über Hamsterkäufe. Wer Toilettenpapier, Mehl, Eier oder Sonnenblumenöl kaufen möchte, steht meist vor leeren Regalen und muss vom Marktleiter hören: „Im Moment nicht lieferbar.“ So etwas vernehmen die Kunden auf dem Markt in Altenberge nicht. „Natürlich ist der ein oder andere Kunde dabei, der etwas mehr haben will als sonst. Aber regelrechte Hamsterkäufe gibt es bei uns nicht“, berichtet Käsespezialist Christian Althues , Sprecher der Altenberger Marktbeschicker aus Coesfeld.

Alles lieferbar

Das liege natürlich daran, dass es auf dem Markt in der Regel frische und nicht dauerhaft haltbare Ware gibt. „Die Menschen nutzen den Markt jetzt während der Corona-Krise nicht nur zum Einkaufen, sondern auch als Ort der Begegnung, aber ohne Körperkontakt“, so Althues weiter. Bis zu neun Marktbeschicker haben ihre Stände mittwochnachmittags auf dem kleinen Parkplatz an der Krüselstraße/Ecke Vinhage aufgebaut und bieten ihre Ware für den alltäglichen Bedarf an.

Besonnen

Neben Käsespezialitäten, gehören Fleisch- und Wurstwaren, frischer Fisch, Gemüse und Obst, Backwaren, mediterrane Köstlichkeiten und Honig dazu. Seit rund 20 Jahren sind Ingrid und Franz Brönstrup aus der Grevener Bauerschaft Westerode mit ihrem Marktwagen dabei, von dem sie aus Frischgeflügel, Freilandeier, Konfitüre, Wurstwaren, Schinken, eingelegte Gurken und frisches Bauernbrot ihren Kunden anbieten.

Doch am vergangenen Mittwoch wird Franz Brönstrup von Tochter Katharina begleitet. „Wegen der Corona-Pandemie musste ich unser Bauerncafé schließen, für das ich mitverantwortlich bin. Damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt, unterstütze ich meinen Vater auf dem Markt“, erläutert die 40-Jährige und fügt hinzu: „Die Leute sind natürlich dankbar, dass sie draußen an der frischen Luft sind und bei uns einkaufen können. Hier haben sie weniger Angst vor Ansteckung. Aber auch, weil wir regionale Produkte anbieten.“

Christiane Bez vom Gärtnerhof Entrup 119 in Altenberge hat zwar kein Cafè, dafür aber einen Hofladen, den sie weiter betreiben kann, weil alle Auflagen erfüllt werden. „Ich brauche keine Tüte“, sagt eine Kundin, die zwei Meter vor dem kleinen Obst- und Gemüsestand von Christiane Bez steht und sich frische Äpfel ausgesucht hat. „Die Kunden verhalten sich sehr positiv, auch untereinander“, hat die Marktbeschickerin festgestellt.

Spezialitäten

Mittlerweile hat sich eine mehr als 20 Meter lange Schlange am Käsewagen von Christian Althues gebildet. Über etwa zehn Prozent mehr Umsatz freut sich der Coesfelder. „Es kommen jetzt Kunden, die ich bisher noch nie hier gesehen habe“, betont er und bekommt auch gleich eine Bestätigung: „Ich bin froh, dass ich mal mein Homeoffice verlassen kann und mal was anderes sehe“, bekräftigt ein neuer Kunde. Den Marktbesucher beschreibt Christian Althues so: „Er ist treu, diszipliniert, freundlich und hat Zeit. Auch außerhalb von Krisen.“

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