Grüne reagieren auf CDU-Vorstoß
Buchenallee soll eine Buchenallee bleiben

Altenberge -

Karl Reinke und Werner Schneider von den Altenberger Grünen warnen: „WIr müssen auf der Hut sein.“ Was die beiden Lokalpolitiker in Alarmbereitschaft versetzt, das sind die Pläne der CDU. Es geht um die Buchenallee.

Montag, 27.04.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 14:28 Uhr
Die Grünen wollen, dass die Bäume an der Buchenallee erhalten bleiben.
Die Grünen wollen, dass die Bäume an der Buchenallee erhalten bleiben. Foto: Reinke

Noch stehen die Bäume an der Buchenallee. „Aber wir müssen auf der Hut sein“, sind die Altenberger Grünen überzeugt. „Die CDU hat wohl Angst vor der eigenen Courage oder hat Druck von ihrer konservativen Wählerschaft bekommen“, schreiben Ortsverbandssprecher Karl Reinke und Fraktionsvorsitzender Werner Schneider in einer Pressemitteilung. Anders könnten sie sich den Meinungsumschwung nicht erklären: „Zumal bei der Vorstellung der Verwaltungslösung kein Widerstand zu erkennen war.“

Geht es nach dem Willen der CDU werden die Buchen jetzt doch gefällt. Alles andere hätte sie auch gewundert, so die Grünen: „Käme es doch einer Kehrtwende um 180 Grad gleich.“ Aber die Altenberger könnten zuversichtlich sein. Zu einer 100-prozentigen Zustimmung aller Parteien, wie es sich die CDU erhofft (wir berichteten), wird es nicht kommen. Die Grünen rechnen im Gegenteil mit massiver Kritik an diesem Meinungsumschwung.

„Straße und Bürgersteig in der Buchenallee sind in einem schlechten Zustand, aber das gilt auch für andere, ältere Wohnviertel, zum Beispiel Paschhügel, auch wenn keine Bäume am Straßenrand stehen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. In welchen der älteren Wohnviertel gebe es keine Stolperfallen, könne man sich ungehindert mit Rollstuhl oder Rollator bewegen? „Warum dann ausgerechnet mit der Buchenallee anfangen?“, fragen die Grünen.

Von den Bäumen geht laut Gutachter keine aktuelle Gefährdung aus, und das wird bis auf ein bis zwei Ausnahmen für die nächsten Jahre so bleiben. Eine Ersatzpflanzung erreiche nie den ökologischen Nutzen des vorhandenen Bestandes. Adäquate Ersatzpflanzungen, sofern überhaupt möglich, seien sehr teuer. „Orientieren wir uns an den Ersatzpflanzungen in der Lindenstraße und der Südstraße, müssten laut Gutachter zehn bis 20 Neupflanzungen pro gefälltem Baum erfolgen, um einen ökologischen Ausgleich zu erhalten“, so Reinke und Schneider weiter. Da werde es dann ganz schön eng in der Buchenallee.

Die Verwaltung spricht der Buchenallee einen „ortsprägenden Charakter“ zu. Da müsste doch alles getan werden, um diesen zu erhalten und nicht gleich zur Kettensäge gegriffen werden. Die Grünen unterstützen den Vorschlag der Verwaltung: Die Buchen bleiben stehen, die Baumscheiben werden vergrößert, es erfolgt eine Umgestaltung der Straße mit einer Tempo-20-Regelung und der Berechtigung für Fußgänger.

„Teuer wird es in jedem Falle. Das gilt nicht nur für die Buchenallee, sondern auch für die anderen sanierungsbedürftigen Straßen und Bürgersteige“, schreiben die Grünen weiter. Sie fordern ein Gesamtkonzept für die Sanierung beschädigter Wohnstraßen und Bürgersteige. Allerdings solle man mit der konkreten Umsetzung in den ungewissen Corona-Zeiten abwarten. „Einbrechende Gewerbesteuereinnahmen und Hilfeleistungen für in Not geratene Bürger und Gewerbetreibende zwingen uns, alle anstehenden Projekte auf ihre Dringlichkeit hin zu überprüfen, und vielleicht hilft das ja sogar unseren Buchen“, so Reinke und Schneider abschließend.

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