Altenberger Gastronomen begrüßen Lockerungen und erwarten am Wochenende erste Gäste
Langsam zurück in die Normalität

Altenberge -

Seit Montag dürfen die Gastroniebetriebe in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Nach rund acht Wochen können die Altenberger also wieder Essen gehen. Allerdings ist der Genuss für Gastgeber und Gäste mit vielen Einschränkungen und Pflichten verbunden.

Die Hygieneauflagen sehen zum Beispiel vor, dass die Tische mindestens eineinhalb Meter auseinanderstehen müssen. Das reduziert in vielen Lokalitäten das Angebot.

Freitag, 15.05.2020, 15:58 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 12:32 Uhr
Peter Stüer, Betreiber des gleichnamigen Altenberger Hotel-Restaurant
Peter Stüer, Betreiber des gleichnamigen Altenberger Hotel-Restaurant Foto: gs

 

So auch im „Das kleine Kartoffelhaus“, das für seine urige Gemütlichkeit bekannt ist. „Aufgrund der neuen Regelungen verlieren wir rund 60 Prozent unserer Tische“, rechnet Inhaber Steffen Echterhoff hoch.

Hinzu kommt der Mehraufwand, der bewältigt werden muss. Die Bedienung ist zum Tragen eines Mundschutz verpflichtet, nach jedem servierten Essen müssen die Hände desinfiziert werden. Nicht zu vergessen: die Gäste müssen sich mit Namen und Wohnort in Listen eintragen, damit eventuell Infizierte besser zu identifizieren und rückzuverfolgen sind. Ungewohnt – auch für Echterhoff. „Aber das alles dient dem Wohl der Allgemeinheit. Wir sind froh, dass es weitergeht“, betont der Gastronom.

Genau so sieht es auch Marita Bernsmann vom Café & Restaurant „Sculptura“ am Marktplatz, das am gestrigen Freitag seine Türen wiedereröffnet hat. „Am Donnerstag vergangener Woche haben wir mitgeteilt bekommen, dass wir wieder aufmachen dürfen. Am Samstag haben wir die genauen Verordnungen erhalten. Dass es so schnell gehen würde, damit haben wir nicht gerechnet“, zeigt sich Bernsmann überrascht.

Das Sculptura lebt viel von Stammtischen oder Sportgruppen. Doch auf dieses Klientel muss erstmal verzichtet werden. Denn generell gilt: Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen gemeinsam an einem Tisch sitzen. „Eine Begrenzung der Personenzahl gibt es allerdings nicht. Es können also auch zwei Elternpaare mit ihren jeweils sechs Kindern kommen. Deren Partner aber nicht, denn es muss eine gemeinsame Blutlinie geben“, verweist Bernsmann auf die Feinheiten der neuen Regelung. Die beinhaltet auch, dass keine Buffets und andere offene Speisen angeboten werden dürfen. „Wir stehen hinter den Beschränkungen“, hält Bernsmann die Vorgaben für nachvollziehbar. „Wir sind einfach froh, dass es wieder los geht. Die Gastronomie ist einfach unser Leben.“

Bei Peter Stüer, Betreiber des gleichnamigen Hotel-Restaurants, hat sich in dieser Woche in puncto Öffnung dagegen noch gar nichts getan. „Wir öffnen erst am kommenden Montag, wenn die touristischen Gäste wegen der anstehenden Feiertage unterwegs sind. Vom reinen Restaurantbetrieb verspreche ich mir nicht viel“, sagt Stüer, der bislang in seinem Hotel zumindest ein bisschen Betrieb hatte. Geschäftsleute und Monteure, mehr oder weniger Stammgäste, logierten in seinem Hotel. Doch das war keineswegs kostendeckend. Über die Feiertage Christi Himmelfahrt und Pfingsten verspricht er sich einige Buchungen, denn das Münsterland ist als Radfahrregion ebenso bekannt wie beliebt.

Auf die Maßnahmen, die angesichts der Corona-Pandemie vorgeschrieben sind, hat er sich schon vor längerer Zeit eingestellt, wegen der Hotelgäste einstellen müssen. „Ich habe mir eine Gläserspülmaschine zugelegt, die mit über 70 Grad arbeiten kann, Desinfektionsspender hatte ich ebenfalls rechtzeitig bestellt. Viel Arbeit war das aufgrund der Hygienemaßnahmen jetzt nicht für mich“, nimmt Peter Stüer die Situation einigermaßen gelassen hin.

Aber: „Es wird Zeit, dass wir wieder in die Normalität zurück kehren“, sehnt sich der Hotelier die Vor-Corona-Zeit zurück.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7411027?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Nachrichten-Ticker