Neue Wohnstätte kann bezogen werden
Die Zeichen stehen auf Start

Altenberge -

Die Zeit des Wartens ist vorbei – nun stehen die Zeichen auf Start: Schon sehr bald beziehen die Bewohner der neuen Wohnstätte der Tectum Caritas gGmbH ihr neues Zuhause.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die zuständige Behörde für einige Wochen die Inbetriebnahme des Hauses untersagt. Wie die Caritas betont, war man damit inhaltlich „voll auf einer Linie“, um so die Infektionsgefährdung gering zu halten. Wie Tectum-Caritas Geschäftsführer Gregor Wortmann mitteilt, ist die amtliche Verfügung aufgrund der allgemeinen Lockerungen nicht weiter verlängert worden. „Alle Aktivitäten sind jetzt auf den Bezug der Wohnstätte Anfang Juni ausgerichtet.“

Sonntag, 24.05.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 15:08 Uhr
In der vergangen Woche kamen die Mitglieder des Tectum-Aufsichtsrates und die mit dem Bau befassten Leitungskräfte der Tectum zu einer Begehung des fertiggestellten neuen Wohnheims zusammen
In der vergangen Woche kamen die Mitglieder des Tectum-Aufsichtsrates und die mit dem Bau befassten Leitungskräfte der Tectum zu einer Begehung des fertiggestellten neuen Wohnheims zusammen Foto: Caritas

 

„Die meisten Bewohner und ihre Eltern haben sich sehr schnell dafür entschieden, auch in dieser herausfordernden Zeit den Schritt in das neue Zuhause zu wagen“, berichtet Einrichtungsleiter Jonas Röttgering .

„Das ist für die Leitung und alle Mitarbeiter zum Start ein sehr bestärkendes Zeichen – und angesichts der Corona-Lage alles andere als selbstverständlich“, so Wortmann . Die Freude sei bei allen groß, wenn demnächst nach Jahren der Planung, des Baus und der Vorbereitung eine neue Einrichtung ihrer Bestimmung übergeben werde. „Gleichzeitig sind wir uns der großen Verantwortung sehr bewusst, die sich aufgrund der unverändert deutlichen Infektionsgefährdung für jede Einrichtung der Eingliederungshilfe und insbesondere für die Inbetriebnahme eines neuen Hauses ergibt.“

Mit einem motivierten Team hat Röttgering auf die Eröffnung nicht nur in den vielen praktischen Fragen, sondern vor allem inhaltlich-konzeptionell vorbereitet. „Selbstverständlich ist der Gesundheitsschutz für alle – die Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie für die Mitarbeitenden – von höchster Wichtigkeit und fließt in alle unsere Konzepte ein“, gibt er Einblick in die aktuellen Tätigkeiten.

Eine besondere Herausforderung stelle die Besuchsregelung dar, denn auch in der neuen Wohnstätte gilt wie in anderen Wohnstätten der Alten- und Behindertenhilfe derzeit das Betretungsverbot. Doch auch hierfür ist eine gute Lösung gefunden. „Wir möchten selbstverständlich die Besuche von Eltern und Freunden in guter Atmosphäre ermöglichen, was gerade in der sicher aufregenden Anfangszeit besonders wichtig für die Bewohner ist. Gleichzeitig muss die Infektionsgefahr aus den Wohnbereichen herausgehalten werden“, schildert Röttgering den schwierigen Spagat, für den dank des guten Raumangebotes eine sehr gute Lösung gefunden sei.

Baulich ist – bis auf die obligatorischen Restarbeiten – alles fertiggestellt und eingerichtet. „Wir hatten ja jetzt eine gute zusätzliche Zeit für die Vorbereitung“, teilt Wohnbereichsleiterin Inge Wedmann-Pelka mit leichtem Schmunzeln mit.

Für die Bewohner, die übrigens aufgrund des neuen Bundesteilhabgesetzes Mieter für die von ihnen bewohnten Räume sind, stehen in den kommenden zwei Wochen zahlreiche Aktivitäten in Vorbereitung des Einzugs an. Ganz wichtig ist die Möblierung ihrer Zimmer, denn das wurde in den letzten Wochen coronabedingt gestoppt und die Möbel wurden andernorts eingelagert.

Warum eigentlich wird nicht möbliert vermietet? Hierzu erläutert Wedmann-Pelka, dass dies für die Tectum-Wohnbereiche heute insgesamt Standard ist, um so die gewollte Inklusion umzusetzen. „Es ist nicht nur schön und abwechslungsreich, wenn alle ihre Zimmer nach eigenem Geschmack und Bedürfnissen ausstatten, sondern es ist ein wichtiger und täglich spürbarer Beitrag zur selbstbestimmten, individuellen Lebensführung.“

Und so wird nun in den nächsten Wochen für die meisten noch jungen erwachsenen Menschen mit Behinderung ein vollkommen neuer und unbekannter Lebensabschnitt beginnen. Viele von ihnen verlassen erstmals ihr Elternhaus, um gemeinsam mit anderen ihre Zukunft zu gestalten.

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