Heimatverein will Holzschuhmacherei Gausling erhalten
Handwerk erlebbar machen

Altenberge -

Es soll eine Werkstatt werden, in der das Handwerk des Holzschuhmachers durch Vorführungen erlebbar ist: Der Heimatverein Altenberge möchte ein neues Projekt realisieren. Für die Werkstatt soll ein neues Gebäude im Umfeld des Vereinsgeländes errichtet werden. Der Hauptausschuss sprach sich für das Vorhaben aus.

Dienstag, 09.06.2020, 19:18 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 15:12 Uhr
Unterstützt die Gemeinde das Projekt des Heimatvereins, wird die Boulebahn verlegt. An die Stelle kommt ein Fachwerkhaus, in dem eine historische Holzschuhmacherwerkstatt angesiedelt werden soll.
Unterstützt die Gemeinde das Projekt des Heimatvereins, wird die Boulebahn verlegt. An die Stelle kommt ein Fachwerkhaus, in dem eine historische Holzschuhmacherwerkstatt angesiedelt werden soll. Foto: Günter Saborowski

Es ist das nächste Projekt, das der umtriebige Altenberger Heimatverein angehen möchte: Im Umfeld des Vereinsareals an der Königstraße will er eine historische Holzschuhmacherwerkstatt ansiedeln. Dafür soll im Bereich der heutigen Boulebahn ein neues Fachwerkgebäude errichtet werden. Die Boulebahn soll erhalten, aber verschoben werden.

Der Hauptausschuss hat sich in seiner Sitzung am Montagabend mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Projekt zu unterstützen. Lediglich die Grünen stimmten dagegen, die SPD enthielt sich. Die Sozialdemokraten wollen bis zur Ratssitzung noch mal beraten. Das Vorhaben will der Heimatverein aus eigenen Mitteln, Spenden sowie Fördergeldern finanzieren. Die Gemeinde soll die notwendige Grundstücksfläche zur Verfügung stellen.

Rainer Gausling gibt Werkstatt auf

Ausgangspunkt für das Projekt war das Angebot von Rainer Gausling, dem Heimatverein den Maschinenpark aus seiner Holzschuhwerkstatt zu schenken. Denn Gausling wird die Werkstatt aufgeben, die von seiner Familie über Jahrzehnte an der Hanseller Straße betrieben wurde. Der Heimatverein möchte die Maschinen annehmen, um ein Stück Altenberger Kulturgut zu retten. Das Traditionshandwerk des Holzschuhmachers soll erhalten und künftig durch Vorführungen wieder erlebbar gemacht werden. Für das neue Gebäude ist eine Grundfläche von circa 80 Quadratmetern vorgesehen.

Finanzieren möchte der Heimatverein das Projekt vor allem mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Es soll dabei auf den Fördertopf „Heimat-Zeugnis“ zurückgegriffen werden, der eine Förderung von 90 Prozent vorsieht. Erste Vorgespräche mit der Bezirksregierung Münster deuten darauf hin, dass das Vorhaben förderfähig ist. Die verbleibenden zehn Prozent der Kosten finanziert der Heimatverein aus Vereinsmitteln, Eigenleistungen und Spenden.

Ich glaube, das ist ein Magnet.

Franz Müllenbeck

Während CDU und UWG das Projekt befürworteten, hatten SPD und Grüne noch Klärungsbedarf. Beide Fraktionen bewegte die Frage, welche Auswirkungen das Projekt für die Grünfläche haben wird. „Der Park hat sich als Treffpunkt für Familien entwickelt“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrike Reifig, die vom Heimatverein wissen wollte, wie dessen Pläne für die Zukunft aussehen: „Immer so ein Stückchen entscheiden zu müssen, fällt schwer, wenn man nicht weiß, wo die Reise hingeht.“

Ganz konkret konnte ihr Heimatvereins-Vorsitzender Franz Müllenbeck das noch nicht beantworten. Er hält die mögliche Werkstatt aber für einen Anziehungspunkt für Besucher: „Ich glaube, das ist ein Magnet.“ Müllenbeck räumte zudem Bedenken aus, mit der Werkstatt entstehe Konkurrenz zu dem Holzschuhmuseum in Laer: „Wir werden kein Museum bauen.“

Antrag der Grünen wird abgelehnt

Grünen-Fraktionsvorsitzender Werner Schneider wandte ein, er wolle „nicht noch mehr Grünfläche opfern“: „Ich befürchte, wenn wir im gleichen Rhythmus weitermachen, haben wir bald gar keinen Park mehr.“ Er schlug stattdessen vor, nach vorhandenen Räumlichkeiten im Ort zu suchen, in denen die Werkstatt untergebracht werden kann. Einen entsprechenden Antrag der Grünen lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab.

Für CDU-Fraktionsvorsitzende Sigrid Schulze Lefert hätte das zusätzliche Gebäude keine gravierenden negativen Auswirkungen auf die Grünfläche: „Das ist von der Größe her eine Drei-Zimmer-Wohnung.“ Der Park sei ein Aufenthaltsort: „Und das soll er auch bleiben.“

Sowohl Reifig als auch Schneider betonten, dass ihre Bedenken nichts mit einer grundsätzlichen Ablehnung des Heimatvereins zu tun hätten. „Mir geht es nicht gegen den Heimatverein, sondern für die Grünfläche, nicht gegen die Holzschuhwerkstatt, sondern nur an anderer Stelle“, sagte Schneider.

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