Gelsenwasser plant neue Trinkwasserleitungen
Der Bedarf steigt stetig

Altenberge -

Der Wasserbedarf hat in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die heißen Sommer 2018 und 2019 zugenommen. Um die steigende Nachfrage zu decken, hat Gelsenwasser ein Ausbauprogramm gestartet. Mehrere Kilometer lange Leitungen werden verlegt. Gestartet sind die Arbeiten bereis in Havixbeck – dort werden neue Trinkwasserrohre mit einem größeren Durchmesser verlegt. Davon profitiert auch Altenberge.

Donnerstag, 09.07.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 15:52 Uhr
Bürgermeister Jochen Paus (r.) und
Bürgermeister Jochen Paus (r.) und

Um die Folgen der Klimaänderungen abzufedern, hat Gelsenwasser mit dem Bau neuer Trinkwasser-Transportleitungen im Münsterland begonnen. Gelsenwasser versorgt im Kreis Steinfurt die Gemeinde Altenberge sowie im nördlichen Bereich des Kreises Coesfeld die Kommunen Billerbeck, Havixbeck und Senden mit Trinkwasser. In den vergangenen Jahren ist hier der Wasserbedarf gestiegen – beispielsweise durch verstärkte Bautätigkeit in den Kommunen, aber vor allem durch die höhere Wasserabgabe in den heißen, trockenen Sommern, heißt es in einer Pressemitteilung von Gelsenwasser. Die Sommermonate 2018 und 2019 haben deutlich gemacht, dass für den gesamten Tagesbedarf ausreichende Kapazitäten da sind, in Spitzenzeiten – das sind vor allem die Abendstunden zwischen 18 und 23 Uhr – die Kapazitätsgrenzen der Wasserlieferung in der Region aber erreicht werden.

Heiße Sommer

Diese Tendenz könnte sich in diesem Sommer verstärken: Das Frühjahr war bereits wieder sehr trocken, außerdem ist anzunehmen, dass pandemiebedingt mehr Bürger ihren Urlaub zu Hause verbringen werden, so Gelsenwasser weiter. Die Ausbaumaßnahmen des Rohrnetzes haben begonnen, kommen aber in der Versorgung in diesem Sommer noch nicht zum Tragen. Daher bittet Gelsenwasser die Bevölkerung und die Landwirte um Mithilfe und Rücksicht: „An heißen Tagen ist es zur Stabilisierung des Wasserdrucks im Netz wichtig, dass die Spitzenstunden am Abend entlastet werden“, teilt Gelsenwasser mit. Dabei kann jeder ganz einfach mithelfen. Deshalb rät Gelsenwasser: „Nutzen Sie das Wasser so gleichmäßig wie möglich über den Tag verteilt und verlegen Sie die Gartenbewässerung auf die Morgen- statt die Abendstunden.“

Das Reinigen von Terrassen- und Wegeflächen mit Hochdruckreinigern und weiteren, nicht unbedingt notwendigen Wasserverbrauch, sollte auf andere Tage verschoben werden.

Ausbauprogramm

Im Rahmen des „Ausbauprogramms Baumberge“ hat Gelsenwasser bis 2026 den Bau von Leitungen mit einer Gesamtlänge von 19 Kilometern und einem Budget von etwa 16 Millionen Euro vorgesehen. In Havixbeck werden insgesamt Graugussrohre (Länge etwa sieben Kilometer) aus den 60er Jahren erneuert. Zusätzlich ist auf einer gedachten Linie zwischen Senden, Senden-Bösensell und Havixbeck die Verlegung einer neuen Parallelleitung über zwölf Kilometer (40 Zentimeter Durchmesser) geplant. In Havixbeck haben die Arbeiten bereits begonnen – und davon profitiert auch Altenberge, sagt Heidrun Becker Pressesprecherin der Gelsenwasser AG auf Anfrage unserer Zeitung. Durch die Vergrößerung des Rohrdurchmessers werde auch mehr Wasser nach Altenberge gepumpt werden können.

Des Weiteren wirkt sich der Bau einer neuen „Druckerhöhungsanlage“ mit Standort Bösensell positiv aus. Wird dort beispielsweise ein Druckabfall in Altenberge registriert, gehe direkt eine Meldung an die Zentrale in Haltern, die entsprechend reagieren könne, so Becker. Derzeit gibt es zwei Trinkwasserleitungen in Altenberge, die von Hohenholte und der Beerlage aus kommend die Bürger mit Wasser versorgen.

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