Architekturbüros präsentierten Kirchplatz-Pläne beim Bürgerforum
Einheitliches Design kommt an

Altenberge -

Reichlich Zuspruch für die Pläne von BSL und Scape, weniger für die von L-A-E: Vertreter von drei Architekturbüros haben in der Gooiker Halle vorgestellt, wie sie den Kirchplatz umgestalten würden. Die Besucher des Bürgerforums durften abstimmen.

Donnerstag, 03.09.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 20:22 Uhr
Präsentierten ihre Vorschläge für die Umgestaltung des Kirchplatzes (v.l.): Klaus Schulze, Rainer Sachse sowie Ehm Eike Ehrig und Philipp Büsselmann.
Präsentierten ihre Vorschläge für die Umgestaltung des Kirchplatzes (v.l.): Klaus Schulze, Rainer Sachse sowie Ehm Eike Ehrig und Philipp Büsselmann. Foto: Rainer Nix

Der Kirchplatz soll ein Ort der Ruhe und Begegnung werden, Gelegenheit zum Gespräch und zum gemütlichen Verweilen im Außenbereich der angrenzenden Gastronomie bieten. Die lebendige Ortsmitte soll sich künftig in einheitlichem Design präsentieren, beginnend am Marktplatz über die entmobilisierte Boakenstiege mit Rathausplatz und Kirchstraße.

Die BSL Landschaftsarchitekten aus Soest, L-A-E Landschaftsarchitektur Ehrig aus Bielefeld sowie die Scape Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf präsentierten dazu am Mittwochabend in einem Offenen Bürgerforum ihre Pläne. Coronabedingt war die Teilnehmerzahl in der Gooiker Halle auf 100 begrenzt. Carsten Lottner von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft moderierte.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen

Am Schluss der Veranstaltung votierte das Publikum für den von ihm favorisierten Vorschlag. Während die Pläne von BSL und Scape reichlich Zuspruch bekamen, traten die Ausarbeitungen von L-A-E in den Hintergrund. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, seit Donnerstagmorgen ist zusätzlich das Online-Voting über die Internetseite der Gemeinde möglich.

L-A-E Landschaftsarchitektur Ehrig setzt sich als einziges Büro über die Vorgabe des einheitlichen Designs von Kirchplatz und Marktplatz hinweg. „Jeder Platz hat seine eigene Geschichte, warum also gleichmachen?“, betonte Ehm Eike Ehrig. Wie die finale Abstimmung zeigte, kam diese Sichtweise beim Publikum nicht so gut an. Barrierefreiheit ist unstrittig, die Fortführung des Klinkerpflasters wie es auf dem Marktplatz zu sehen ist, wird von BSL und Scape befürwortet. Ehrig sprach sich hinsichtlich des Kirchplatzes für holländischen Klinker im Fischgrätenverbund aus.

Ort der Begegnung im Eingangsbereich

Der in die Jahre gekommene Betonbrunnen könnte einer modernen Bodenbrunnen-Variante weichen. Professor Rainer Sachse (Scape) könnte sich den alten Marktplatzbrunnen auf dem Kirchplatz vorstellen, ebenso wäre die Variante ohne Brunnen denkbar. Scapes Ausarbeitungen orientieren sich vor allem an historischen Plänen des Kirchplatzes, nach denen direkt um das Gotteshaus ein dichter Grüngürtel angelegt war.

„Noch in diesem Jahr wird mit der Neugestaltung des Treppenaufgangs von der Borghorster Straße zur Kirche hinauf begonnen“, erläuterte Bürgermeister Jochen Paus. Die Maßnahme wird vom Land komplett mit 194 000 Euro gefördert. Für Pfarrer Heinz Erdbürger sind unter anderem Orte der Begegnung, besonders in den Eingangsbereichen wichtig. „Etwa bei Hochzeiten kommen Menschen hier gern zusammen und sollen die entsprechenden Möglichkeiten vorfinden“, so der Pfarrer.

Das Bürger-Voting wird im Bau- und Planungsausschuss am 21. September berücksichtigt, am 28. September soll auf der Ratssitzung entschieden werden.

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