Ralf Stegner auf Wahlkampf-Tour mit Matthias Himmelreich
Kümmerer statt Kämmerer

Altenberge -

Wo stünden wir ohne die SPD? Die Frage sollte Ralf Stegner beantworten. Auf seiner Wahlkampf-Tour mit Landratsratskandidat Matthias Himmelreich machte er Station in Altenberge – und lieferte die von Ronald Baumann angekündigten „kernigen Worte“.

Freitag, 04.09.2020, 20:22 Uhr
Der ehemalige SPD-Vize-Bundesvorsitzende Ralf Stegner (2.v.r.) warb für Landratskandidat Matthias Himmelreich (2.v.l.) und schwor die Altenberger Genossen auf den Wahlkampf-Endspurt ein.
Der ehemalige SPD-Vize-Bundesvorsitzende Ralf Stegner (2.v.r.) warb für Landratskandidat Matthias Himmelreich (2.v.l.) und schwor die Altenberger Genossen auf den Wahlkampf-Endspurt ein. Foto: Vera Szybalski

Wer von den Altenberger Sozialdemokraten noch einen kleinen Motivationsschub für den Wahlkampf-Endspurt benötigte, für den kam Ralf Stegner gerade recht: Der Fraktionsvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein war am Donnerstag zu Gast in Altenberge. Zusammen mit Matthias Himmelreich war Stegner auf Wahlkampf-Tour im Münsterland und warb fleißig für den Landratskandidaten: „Ob die Menschen das Himmelreich wollen, weiß ich nicht. Aber den Himmelreichen sollten sie wollen.“ Altenberges SPD-Chef Ronald Baumann hatte zu Beginn der Veranstaltung hinter dem Bürgerhaus „kernige Worte“ von den anderen beiden Sozialdemokraten angekündigt – und die lieferten.

Die Veranstaltung hatten die Sozialdemokraten mit der Frage betitelt: „Wo stünden wir ohne die SPD – von Berlin bis Altenberge?“ Nicht überraschend beantwortete Stegner die Frage eindeutig: Viel schlechter nämlich. Beispiele wie die Grundrente, der Mindestlohn oder die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes würden zeigen: „Ganz viele Dinge gebe es ohne die SPD gar nicht“, sagte Stegner. „Wir sind für die Menschen da, die einen handlungsfähigen Staat brauchen.“ Der ehemalige SPD-Vize-Bundesvorsitzende sieht seine Partei aber in einem Dilemma: „Wenn ich manchmal unsere Umfragewerte sehe, passen die nicht so richtig zu dem, was wir leisten.“

Ein Kümmerer, der sich den Problemen der Bürger annimmt

Dennoch plädierte Ralf Stegner für Optimismus. Die anderen könnten manchmal gar nichts, würden aber so tun als ob. Mit Blick auf Armin Laschets Corona-Management in Nordrhein-Westfalen sagte er: „So doll war das nicht.“ Die SPD habe konkrete Vorschläge, wie das Leben der Menschen besser werden kann.

Zwei Ideen für den Kreis Steinfurt hatte zuvor Matthias Himmelreich vorgestellt: ein 365-Euro-Ticket und eine kreiseigene Wohnungsbaugenossenschaft.Der 31-jährige Wirtschaftsjurist sagte: „Es gibt genug Themen, die wir angehen müssen, die die CDU-Landräte alle nicht angegangen sind.“ Bezahlbarer Wohnraum und ein besserer ÖPNV würden auch andere Landratskandidaten und Parteien beschäftigen: „Wir haben aber ganz konkrete Ideen, wie wir das für den Kreis Steinfurt erreichen wollen.“ Es dürfe nicht nur auf die Zahlen geguckt werden: „Ich werde der Kümmerer sein, der sich den Problemen der Bürger annimmt, nicht der Kämmerer.“

Mit der Selbstkritik nicht übertreiben

Stegner hat eine Idee, warum die Sozialdemokraten trotzdem mit sinkenden Umfragewerten zu kämpf

Damit würde er zum Vorbild für seine Partei taugen. Zumindest, wenn es nach Ralf Stegner geht: „Die SPD muss wieder Kümmerer werden.“ Der Applaus in Corona-Zeiten für Verkäufer, Lkw-Fahrer und Pflegekräfte reiche nicht: „Sie müssen bessere Löhne bekommen.“ Manche würden sagen, die SPD müsse die Partei der Mitte werden. Für Stegner bedeutet das, sich um die Themen zu kümmern, die die Menschen bewegen, wie Arbeit, Wohnen, Rente oder Pflege. Dabei gilt stets eins: „Maßstab und unser Kompass ist die Gerechtigkeit.“

en haben: „Die Menschen glauben nicht, dass wir tun, was wir sagen.“ Sein einfacher Rat an die Genossen lautete deshalb: Sagt vor der Wahl, was ihr tut. Tut nach der Wahl, was ihr gesagt habt. Es war nicht Stegners einzige Empfehlung in Richtung seiner Genossen: „Ich rate uns, uns nicht so sehr miteinander zu beschäftigen. Wir sind eine sehr selbstkritische Partei. Wir sollten es aber in Wahlkampfzeiten damit nicht übertreiben.“

Und wer im Laufe seiner Rede noch nicht genug motiviert wurde, bekam von Ralf Stegner zu Schluss noch eine Handlungsempfehlung, was (nicht nur) in der Zeit bis zur Kommunalwahl am 13. September gemacht werden sollte: „Nicht jammern, Ärmel hochkrempeln und andere überzeugen, dass die SPD wichtig ist.“

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