„Freitags-Lounge“ an der Kulturwerkstatt
Putzfrau wird Musical-Star

Altenberge -

Für einen kurzweiligen Abend voller Überraschungen sorgten die Akteure. Dazu gehörten Lea Christansen als Sängerin der Ophelia und Frank Harbour als Pianst am Keyboard. Sie traten in der „Freitags-Lounge“ im Garten von Paul Winz hinter der Kulturwerkstatt auf.

Sonntag, 04.10.2020, 14:37 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 17:08 Uhr
Lea und Frank verstehen es, ihr Publikum zu unterhalten.
Lea und Frank verstehen es, ihr Publikum zu unterhalten. Foto: Rainer Nix

Putzfrau Ophelia ist aufgeregt. Die Raumpflegerin eines Theaters fiebert dem musikalischen Auftritt der „Adams Family“ entgegen. Den Putzeimer noch in der Hand, kann sie es kaum abwarten. Doch dann der Anruf, die Gruselfamilie erscheine erst viel später. Was tun? Der Pianist fordert die Putze auf, selbst zu singen und das Publikum zu unterhalten. Sie kommt der Aufforderung trotz Selbstzweifeln nur zu gerne nach.

Das abwechslungsreiche, oft hanebüchen schräge Szenario ereignete sich in der dritten Folge der „Freitags-Lounge“ im Garten von Paul Winz hinter der Kulturwerkstatt. Akteure waren „LuF“, Lea Christansen als Sängerin in der Rolle der Ophelia und Frank Harbour als Pianist am Keyboard. Das Wetter spielte mit, der Wind strich sanft durch die Bäume. Das machte alles noch heimeliger. „Eine schöne Atmosphäre hier“, unterstrichen mehrere Gäste aus dem Publikum. Dieses fühlte sich ausgesprochen wohl zwischen dezent aufgestellten Windlichtern, zwischen Feuerschalen und Lichterketten. Gastgeber war die Gemeinde Altenberge in Kooperation mit Kulturwerkstatt und Kulturring.

Nachdem der „Adams-Clan“ nicht erschien, entführte Ophelia selbst in die Welt des Musicals und der Chansons. Die Tragik ihres Lebens: Sie wäre gerne Musical-Star geworden, doch aus verschiedenen Gründen wurde daraus nichts. Jetzt bekam sie ihre Chance und sang von verschollener Liebe, ihren Eltern, der Oma und weiteren Highlights des Lebens. Großmutter beschwor sie immer, entweder zur Bühne zu gehen oder zur See zu fahren.

In einem besonders fantasiereichen Lied mimte die Raumpflegerin ihre depressive Großmutter bei einem Therapeuten. Dort outete diese sich als „Pippi Langstrumpf“ mit Haus, Äffchen und Pferd. „Tun Sie was, ich werde jeden Tag älter, es ist zum Heulen, trallari trallahey tralla hoppsassa“, klagte Oma.

Dann spielte Ophelia die Nonne Schwester Amnesia mit gleich kostümierter Handpuppe „Maria-Nette“ „Amnesia“ leidet an Gedächtnisverlust, legt aber dennoch missionarisches Sendungsbewusstsein an den Tag. Doch mit allen klösterlichen Grundsätzen ist sie nicht einverstanden und gelangt zu der Erkenntnis „Armut ist nicht toll“, die sie arienmäßig heraus schmettert. Ein kurzweiliger Abend voller Überraschungen.

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