VdK kritisiert die Neugestaltung des Marktplatzes
Nachbesserungen bei der Barrierefreiheit gefordert

Altenberge -

Vertreter des VdK-Ortsverbandes Altenberge und des VdK-Kreisverbandes Steinfurt nahmen den neugestalteten Marktplatz in Augenschein. Sie entdeckten dabei nach ihrer Meinung viele Defizite.

Dienstag, 06.10.2020, 12:18 Uhr
Sind unzufrieden mit dem neuen Marktplatz (v.l.): Wolfgang Heite, Hubert Lülf, Walburga Halbrügge-Schneider, Gertrud Breul, Reinhold Hemker, Anne Berkenheide und Anneliese Lissautzki
Sind unzufrieden mit dem neuen Marktplatz (v.l.): Wolfgang Heite, Hubert Lülf, Walburga Halbrügge-Schneider, Gertrud Breul, Reinhold Hemker, Anne Berkenheide und Anneliese Lissautzki

So stellt man sich das eigentlich vor: Ein Marktplatz mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein Platz, auf dem sich alle wohlfühlen und mit dem sich alle identifizieren. In Altenberge gibt es da einige Probleme, schreibt der VdK-Kreisverband Steinfurt in seiner Pressemitteilung.

Vor diesem Hintergrund trafen sich nun einige Betroffene vor Ort. Der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Altenberge, Martin Olbrich, hatte den Vorsitzenden des VdK-Kreisverbandes Steinfurt, Dr. Reinhold Hemker , und das Altenberger Mitglied des Inklusionsbeirates des Kreises Steinfurt, Walburga Halbrügge-Schneider, eingeladen. „Wenn man vom Arzt kommt und zur Apotheke will, muss man durchs ganze Dorf“, sagte zum Beispiel das VdK-Mitglied Anneliese Lissautzki, selbst Rollstuhlfahrerin und seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderungen aktiv.

Gertrud Breul auf ihren Rollator gestützt ergänzte: „Es sind nicht nur die Stufen, es gibt noch andere Stolpersteine, wo man mit den Rädern hängen bleibt.“ Herbert Lülf, der Beauftragte für Menschen mit Behinderung im VdK-Vorstand und ein erfahrener Rollstuhlfahrer: „Wenn da Autos stehen, ist über die Rampe kein Durchkommen“, sagt er. „Nur wenn alles frei ist, ist das kein Problem.“

Alle berichteten von großer Unzufriedenheit. Und sie, so wurde nun den eingeladenen Gästen gesagt, wollten das nicht mehr hinnehmen und bräuchten Unterstützung. Reinhold Hemker machte deutlich, dass es immer wieder ähnliche Situationen wie in Altenberge gebe. „Wir sind als VdK parteipolitisch neutral, aber wir nehmen Partei für diejenigen, denen geholfen werden muss“, versicherte er.

Beobachtet wurde noch, wie ein älterer Mann mit seinem Rollator sich auf die Treppe zubewegte, stutzte, einen Augenblick verharrte und dann und umkehrte „Ich habe überlegt, wie ich da wohl durchkomme“, sagt er im Vorbeifahren und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich muss wohl hinten rum fahren. Bei dem Wetter ist das angenehm. Aber wenn es dröppelt?“

Wolfgang Heite, selbst Rollstuhlfahrer, erzählte, dass am Markttag zu beobachten war, wie Menschen mit Rollatoren auf unterschiedliche Weise – manche vorwärts, manche rückwärts – versuchten, die Stufen zu überwinden. „Das sah halsbrecherisch aus“, so Heite. Und er ergänzte: „Genau die Situation, die wir jetzt haben, habe ich im Sommer 2015 versucht zu vermeiden. Ich habe der Gemeinde erklärt, dass auch in Altenberge – so wie das in Münster und in anderen Gemeinden üblich ist – vor allen baulichen Veränderungen Menschen mit Behinderungen mitsprechen sollten. Nacharbeiten ist immer sehr teuer und das Ergebnis sieht bisweilen hässlich aus“.

Anne Berkenheide, auch Rollstuhlfahrerin, zeigte sich ebenfalls verärgert. „Ich habe vor ein paar Wochen mit dem Bürgermeister hier gestanden und ihn darauf hingewiesen, dass das mit den Stufen sehr ungünstig ist.“

Hemker riet der Gruppe, gemeinsam mit dem VdK einen Bürgerantrag zu stellen, mit der Bitte, die Möglichkeiten einer tatsächlichen Barrierefreiheit zu prüfen und danach die besten Vorschläge umzusetzen.

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