Musikschule: Ausfall der Kurse bereitet Sorgen
Trauriger Blick in die Kasse

Altenberge -

„Wir kämpfen von Woche zu Woche“, sagt Musikschulleiter Christoph Harpers. Denn die Corona-Pandemie stellt die Musikschüler und Lehrer vor besonderen Herausforderungen. Seit dem vergangenen Freitag haben rund 280 Musikschüler wieder ihren Einzelunterricht vor Ort aufgenommen, freut sich Harpers. Wirtschaftlich problematisch sei derzeit der Wegfall der Kursangebote.

Montag, 09.11.2020, 17:51 Uhr
Musikschulleiter Christoph Harpers hat auch Online-Unterricht angeboten. Jetzt kann wieder vor Ort unter Einhaltung der Hygienevorschriften Einzelunterricht durchgeführt werden.
Musikschulleiter Christoph Harpers hat auch Online-Unterricht angeboten. Jetzt kann wieder vor Ort unter Einhaltung der Hygienevorschriften Einzelunterricht durchgeführt werden. Foto: Musikschule

„Wir haben sofort wieder losgelegt“, erzählt Christoph Harpers , seit 2012 Leiter der Altenberger Musikschule. Als am vergangenen Donnerstag die Coronaschutz-Verordnung überarbeitet wurde, „war das natürlich eine gute Nachricht“, sagt Harpers. Bereits am vergangenen Freitag startete die Musikschule wieder mit dem Einzelunterricht. Eltern und Schüler wurden ruckzuck über die neue Lage informiert. Harpers: „Wir nehmen alles, was gerade erlaubt ist.“

280 Schüler

Seit Beginn der Corona-Pandemie versucht Christoph Harpers mit aller Kraft, den Musikbetrieb am Leben zu halten. Bereits wenige Tage nach Ausbruch der Krise „haben wir den Online-Unterricht gestartet“, blickt Harpers zurück. Das Angebot wurde auch von den rund 280 Schülern, die sich im Einzelunterricht befinden, angenommen. „Damit konnten die Lehrer auch weiterhin ihr Honorar erhalten“, sagt Harpers. Denn: „Die Eltern haben viel Solidarität gezeigt.“ Ob via Skype oder Zoom, der Unterricht sei auf diesem Wege, so gut es ging, erteilt worden. Und das für jedes Instrument, egal ob Klavier, Gitarre, Schlagzeug oder Geige.

Während der Einzelunterricht seit der Corona-Pandemie aufrecht erhalten werden konnte, sieht es für den Kursbereich ganz anders aus. „Das ist wirtschaftlich schon problematisch“, wirft Harpers einen Blick in die Kasse der Musikschule. Während der Einzelunterricht keinen Gewinn abwirft, lasse sich bei den Kursen ein Überschuss erwirtschaften, so Harpers. „Das ist alles weggebrochen.“ Zu den Kursen zählen beispielsweise die musikalische Grundausbildung und die verschiedenen Tanz-Gruppen. Auch die Aktivitäten in den Kindergärten mussten gänzlich eingestellt werden.

Gruppengröße

Etwas Hoffnung keimte nach den Sommerferien auf. Seit dem 1. September durfte die Musikschule wieder Kurse durchführen – unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Um allerdings die Abstandsregeln einhalten zu können, wurden die Gruppengrößen auf maximal sechs (im Einzelfall bis zu neun Schüler) reduziert. „Wir wollten auf jeden Fall etwas anbieten“, sagt Harpers. Deshalb habe sich die Musikschule entschieden, das Kursangebot aufrecht zu erhalten. Harpers weiter: „Das war gerade noch kostendeckend.“ Doch die Musikschule wollte mit dem Kursangebot auch ein Zeichen setzen. „Wir sind noch da“, sagt Harpers weiter.

Doch dann der nächste Schock: Seit dem 2. November dürfen wieder keine Kurse mehr angeboten werden. Immerhin sei nun mit der Wiederaufnahme des Einzelunterrichts etwas Normalität eingetreten. „Wir kämpfen von Woche zu Woche und können immer nur reagieren“, erzählt Christoph Harpers.

Das ist alles weggebrochen.

Musikschulleiter Christoph Harpers

Wann wieder Ensemble-Proben stattfinden können, steht derzeit noch nicht fest. Schließlich gilt die neue Corona-Schutzverordnung nur bis zum 30. November. Wie es ab dem 1. Dezember mit dem Musikschulunterricht weitergeht, das weiß Christoph Harpers nicht. „Wir werden uns immer so gut es geht auf die neuen Situationen einstellen.“

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