Die Büchereien haben auch in der Corona-Zeit geöffnet
Quarantänewagen gehört dazu

Altenberge/Nordwalde -

„Die Leser sind dankbar, dass wir überhaupt da sind“, sagt Doris Kintrup vom Leitungsteam der KÖB Altenberge. Auch ihre Kollegin aus Nordwalde, Birgit Wermelt, hat festgestellt, dass viele Leser in der Coronazeit froh sind, überhaupt Medien ausleihen zu können.

Sonntag, 22.11.2020, 16:26 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 18:15 Uhr
Birgit Wermelt leitet die Katholische öffentliche Bücherei (KÖB) in Nordwalde.
Birgit Wermelt leitet die Katholische öffentliche Bücherei (KÖB) in Nordwalde. Foto: Vera Szybalski

In Corona-Zeiten müssen nicht nur Menschen in Quarantäne, sondern auch Bücher, Spiele, Zeitschriften oder Tonie-Figuren, die Hörspiele für Kinder vortragen. Wer in der Katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) St. Dionysius seine ausgeliehenen Medien zurückbringt, legt diese auf den Quarantänewagen am Eingang. 72 Stunden verbleiben Bücher und Co. dort, dann werden sie wieder einsortiert. Die kontaktlose Rückgabe ist eine der Anpassungen, die die Bücherei vorgenommen hat, um trotz Corona-Pandemie eine sichere Ausleihe zu ermöglichen.

Ob die KÖB St. Dionysius oder die KÖB St. Johannes Baptist – die Büchereien haben sich auf die neue Situation eingestellt, Die Zahl der Besucherinnen und Besucher haben sie begrenzt, in Nordwalde dürfen maximal zehn Gäste gleichzeitig rein, in Altenberge maximal drei Leser. Hinzu kommen jeweils zwei Ehrenamtliche aus dem 19 Mitarbeiter umfassenden Team.

Kontaktlose Rückgabe

Mit Körben, die jeder Besucher mitnehmen muss, wird in der KÖB St. Dionysius kontrolliert, dass nicht zu viele Menschen auf einmal in der Bücherei sind. Dass sich die Leser am Eingang die Hände desinfizieren und auf einem Zettel eintragen sowie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, ist mittlerweile obligatorisch.

Die Sessel stehen alle verkehrt herum. Hinsetzen kann sich momentan niemand. Dass die Menschen kommen, ein Buch oder Spiel greifen, lesen, sich unterhalten, wie sonst, das ist derzeit nicht möglich. „Wir haben einen reinen Ausleihbetrieb“, sagt Bücherei-Leiterin Birgit Wermelt . „Das ist schade, aber wir sind froh, dass wir überhaupt geöffnet haben.“

Hygienekonzept

Das war schließlich nicht immer so. Im März musste die Bücherei „von jetzt auf gleich“ schließen und konnte erst im Mai wieder öffnen. Seitdem gilt das Hygienekonzept, an das sich die Besucher halten. „Das funktioniert super“, sagt Wermelt, Einige Leser haben sich aber im Frühjahr offensichtlich an die Onleihe gewöhnt, das digitale Ausleihangebot der KÖB. Das werde gut genutzt, sagt Wermelt. Grundsätzlich werde mehr ausgeliehen: „Spiele werden gerne genommen, aber auch Tonies sind sehr gefragt.“

Die Situation in der Bücherei von St. Johannes Baptist in Altenberge ist vergleichbar mit der in Nordwalde. Grundlage für die Bücherei ist das Hygienekonzept, das vom Bistum herausgegeben wurde, sagt Doris Kintrup , die zusammen mit Ulrike Kanz und Anja Katzer das Leitungsteam der KÖB bildet.

Besonders hart traf es dabei die KÖB. Denn: Monatelang wurde das Karl-Leisner-Haus umgebaut, in der sich bekanntlich die KÖB befindet. Während der Umbauzeit konnten auch keine Medien ausgeliehen werden. Voller Vorfreude wurde die Bücherei dann am 1. März dieses Jahres wieder eröffnet. „Und am 15. März schon wieder geschlossen“, blickt Doris Kintrup mit Wehmut zurück. Immerhin: Am 17. Mai ging es wieder los – an zwei Tagen in der Woche, mittwochs und sonntags, können wieder Bücher, Spiele und Co. ausgeliehen werden.

1000 Nutzer

Seitdem hat sich das Büchereiteam auf die coronabedingten Veränderungen eingestellt. Die Medien werden kontaktlos ausgegeben, Plexiglasscheiben wurden installiert, die Sitzecke abgesperrt – die Leser sollen sich nicht lange in der Bücherei aufhalten. Um das Hygienekonzept gut umsetzen zu können, stand die Pfarrgemeinde mit Rat und Tat zur Seite. Kintrup: „Die Unterstützung hat sehr gut funktioniert.“

„Viele Leser sind dankbar, dass wird überhaupt da sind“, sagt Doris Kintrup. Auch wenn der beliebte Familienausflug in die Bücherei derzeit nicht mehr stattfinden könne.

Die Zahl der regelmäßigen Nutzer beziffert Doris Kintrup auf etwa 900 bis 1000. Die Zahl der Ausleihen werde allerdings in diesem Jahr stark zurückgehen. Sie rechnet mit 4000 bis 5000 Ausleihen. In normalen Zeiten seien es etwa 10 000 Medien, die in zwölf Monaten ausgeliehen werden.

Trotz der Coronakrise wird die Bücherei laufend mit neuen Büchern versorgt. „Für 1000 Euro haben wir viele Neuerscheinungen kaufen können“, freut sich Doris Kintrup. „Und das in diesen denkbar wilden Zeiten.“

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