Dr. Felix Bruns engagiert sich in der Elfenbeinküste
Zwei Stunden bis zur Schule

Altenberge -

Seit 18 Jahren engagiert sich der Verein „Nachhaltig gegen Hunger“ mit verschiedenen Projekten in der Elfenbeinküste in Westafrika. Vorsitzender Dr. Felix Bruns zieht Bilanz der zahlreichen Aktivitäten und hofft auf weitere Unterstützer für die nächsten Vorhaben.

Freitag, 27.11.2020, 19:55 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:42 Uhr
Seit vielen Jahren engagiert sich Dr. Felix Bruns in der Elfenbeinküste. Neben Schulneubauten entstehen auch Sportplätze, die allerdings nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind.
Seit vielen Jahren engagiert sich Dr. Felix Bruns in der Elfenbeinküste. Neben Schulneubauten entstehen auch Sportplätze, die allerdings nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Foto: privat

Es ist für Altenberger Kinder kaum vorstellbar: „Die Mädchen und Jungen nehmen einen Fußweg von bis zu zwei Stunden auf sich“, sagt Dr. Felix Bruns . Dann haben sie eine Grundschule erreicht – und die steht in der Elfenbeinküste. 16 Grundschulen hat der Verein „Nachhaltig gegen Hunger“ (NGH) bereits seit seiner Gründung im Jahr 2002 gebaut. Der letzte Schulbau für 600 Kinder wurde vor Kurzem in Bambalouma übergeben, erzählt der Altenberger Bruns, Vorsitzender und Gründer des Vereins. Das Dorf befindet sich im Zentrum der Elfenbeinküste. In dem westafrikanischen Land, das etwa so groß wie Deutschland ist, leben rund 25 Millionen Einwohner.

25 Millionen Einwohner

„Unsere Arbeit geht trotz Corona unverändert weiter, um die Chancen der Kinder zu verbessern und ihr Recht auf Schulbildung zu gewährleisten“, betont Felix Bruns. Begonnen hat die Arbeit des Vereins mit Schulneubauten. In den ländlichen Regionen wird die Schulbildung oftmals vernachlässigt. Wenn überhaupt, geht dort nur etwa die Hälfte der Kinder zur Schule. Und davon wiederum betrage der Jungenanteil etwa 75 Prozent und der der Mädchen liege bei 25 Prozent, erzählt Felix Bruns.

16 neue Schulen gebaut

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  • Der Verein Nachhaltig gegen Hunger engagiert sich seit vielen Jahren in der Elfenbeinküste.

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  • Dr. Felix Bruns engagiert sich in der Elfenbeinküste.

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Das hat sich aber im Laufe der vergangenen 18 Jahre und den damit einhergehenden Schulneubauten verändert. „Fast alle Kinder gehen zur Schule“, sagt Bruns. Und der Mädchenanteil beträgt mindestens 50 Prozent. „Das ist eine Bedingung von uns“, sagt der Vereinsvorsitzende und Agrarökonom Bruns. Zudem muss das Dorf das Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem die Schule gebaut wird. Des Weiteren müsse die Bevölkerung etwa zehn bis 15 Prozent an Eigenleistung aufbringen. Nicht ohne Grund. Nur durch die aktive Einbindung der einheimischen Bevölkerung werde sich langfristig im Verhalten der Menschen in den ländlichen Regionen der Elfenbeinküste etwas ändern, so Bruns. „Zudem schaffen wir durch die Schulbauten auch Arbeitsplätze.“

Stammessprache

Wie bedeutsam Schulen sind, wird auch dadurch deutlich, dass in den ländlichen Regionen oftmals nur die Stammessprache gesprochen wird – und nicht die Landessprache Französisch. Doch das ändert sich: Bereits in der Vorschule lernen die Kinder jetzt Französisch, sodass sie ab der ersten Klassen „loslegen können“, freut sich Felix Bruns.

Es hat sich im Laufe der Jahre allerdings herausgestellt, dass „nur“ Schulneubauten nicht ausreichen, um die Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern. Jede Schule hat zudem eine Kantine erhalten, sodass die Kinder auch dort zu Mittag essen können. Außerdem wurden Kindergärten und eine Krankenstation gebaut.

Der Schulbau wird aktuell zurückgestellt, um die Dörfer weiter zu entwickeln, blickt Felix Bruns in die Zukunft. Nun stehen Projekte im Mittelpunkt, um die Dorfbevölkerung, in denen die Schulen gebaut wurden, von Aktivitäten zu überzeugen, die zur Verbesserung des Lebens beitragen. Die Themen reichen von Hygiene-Standards bis zur Vermeidung von Plastikmüll. So gebe es seit Jahren ein Verbot von Plastiktüten. Aber: „Das ist natürlich auch eine Frage der Kontrolle“, sagt Bruns. Zudem erhielten zwei Schulen Laptops – sechs Schüler teilen sich dabei ein Gerät. Des Weiteren soll der Gemüse- und Obstanbau zur Versorgung der Schulkantinen und der Dörfer vorangetrieben werden. Experten vor Ort sollen hier helfen, wie auf den fruchtbaren Böden, die derzeit nicht bewirtschaftet werden, sinnvoll Gemüse und Obst angebaut werden kann.

Milliarden

Mit den nun geplanten Aktivitäten soll die „Eigenständigkeit der Menschen vor Ort gefördert werden“, so Felix Bruns. „Das war und ist ein wesentliches Ziel unseres Vereins.“

Für den NGH-Vorsitzenden sind besonders in den Ländern Westafrikas Unterstützung in Bildungsvorhaben und materielle Hilfe alternativlos. In allen Regionen Afrikas seien „Milliarden an Kapitaleinsatz unverzichtbar“, sagt der Altenberger. „Das wird seit vielen Jahren von der Politik weltweit gefordert und nur zaghaft umgesetzt.“ Mittlerweile werde die Arbeit des Vereins von den Ministerien und den Behörden vor Ort unterstützt und anerkannt, berichtet Felix Bruns. Es seien die vielen kleinen und großen Projekte, die den Menschen vor Ort zugute kommen. Dazu gehöre aber „Optimismus, Mut und Durchhaltevermögen“.

 

 

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