Ehemaliges Kino an der Boakenstiege wird Anfang des Jahres abgerissen
Abriss steht bevor

Altenberge -

Das Gebäude an der Teichstraße/Boakenstiege ist wenig ansehnlich – Anfang 2021 wird der Komplex, das seit zehn Jahren leer steht, abgerissen. Vor etwa 50 Jahren befand sich dort ein Kino. Anschließend folgten unter anderem ein Lebensmittel- und ein Drogeriemarkt.

Montag, 07.12.2020, 17:49 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 15:36 Uhr
Das ehemalige Kino in Altenberge mit der Gaststätte wird Anfang des neuen Jahres abgerissen. Dort entsteht zunächst Platz für Baufahrzeuge und später soll ein Parkplatz auf der freien Fläche angelegt werden.
Das ehemalige Kino in Altenberge mit der Gaststätte wird Anfang des neuen Jahres abgerissen. Dort entsteht zunächst Platz für Baufahrzeuge und später soll ein Parkplatz auf der freien Fläche angelegt werden. Foto: Matthias Lehmkuhl

Im Hügeldorf gab es bis vor mehr als einem halben Jahrhundert tatsächlich ein Kino. Das ist bereits so lange her, dass sich nur noch wenige Altenbergerinnen und Altenberger daran erinnern. In diesem hässlichen Quader an der Teichstraße waren danach Einzelhandelsgeschäfte aus der Textil-, Lebensmittel- und Drogeriebranche untergebracht. Seit etwa zehn Jahren steht das fensterlose Ungetüm leer.

2030

Unter dem Motto „Altenberge 2030“ nimmt die Gemeinde am Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ teil. Als eines der vielen Ergebnisse daraus resultierte der Beschluss, das alte Lichtspielhaus mit der vorgelagerten Kneipe an der Boakenstiege abzureißen. Auf der dann freigewordenen Fläche entsteht Platz für die Baufahrzeuge, die im nächsten Jahr die Erschließungsarbeiten zum Umbau der Boakenstiege in Angriff nehmen.

Am 4. Januar soll das beauftragte Abbruchunternehmen Ludger Kemmermann aus Hörstel mit den Arbeiten loslegen. „Eigentlich wollten wir schon in der vergangenen Woche starten. Aber aufgrund der Weihnachtszeit und des verlängerten Teil-Lockdowns haben wir uns zusammen mit der Abbruchfirma darauf geeinigt, erst nach den Feiertagen im neuen Jahr damit zu beginnen“, sagt Thomas Mücke. „Allerdings werden jetzt schon erste Vorarbeiten, wie die Trennung des Gebäudes von den Versorgungsleitungen oder Entkernungsarbeiten, durchgeführt“, ergänzt der Leiter des Fachbereichs Zen­trale Gebäudebewirtschaftung der Gemeinde. Damit die Abbrucharbeiten nicht den Verkehr auf der Boakenstiege behindern, werden diese im rückwärtigen Bereich über die Teichstraße erledigt.

Abbruchunternehmen

Rainer Plettendorf vom Heimatverein Altenberge kennt das Kino nur vom Hörensagen. „Meine Eltern hatten sich dort Filme angesehen, als sie noch jung waren. Als ich zur Welt gekommen bin, gab es das schon nicht mehr“, meint das Mitglied der Gruppe Ortsgeschichte und Familienforschung im Heimatverein.

Mehr Erinnerungen an das ehemalige Lichtspieltheater hat Paul Hagelschur, Vorstandsmitglied des Heimatvereins. So weiß der 78-Jährige, dass das Kino von einem ehemaligen Bauern aus Hohenholte in den 1950er Jahren errichtet worden ist und etwa 150 Sitzplätze hatte. „Der soll damals seinen Hof verkauft haben und mit dem Geld das Lichtspielhaus gebaut haben“, blickt Paul Hagelschur zurück. Der damalige Filmvorführer sei seinerzeit mit seinem Motorrad tödlich verunglückt. Bis auf dieses Kino gab es kaum andere Freizeitvergnügen in Altenberge. „Als Heranwachsende durften wir ja nicht einmal in die Kneipe und ein Bierchen trinken“, unterstreicht der Radtourenplaner im Heimatverein.

Kino

Allerdings erinnert sich Paul Hagelschur an das nur meist mit harmlosen Heimatfilmen bestückte Kinoprogramm. „Als eifrige Kirchengänger wurden wir fast jeden Sonntag während der Heiligen Messe vom Pfarrer von der Kanzel aus gewarnt, uns keine anrüchigen Filme anzuschauen, die sich nicht mit der christlichen Lehre der katholischen Kirche vereinbaren lassen“, so Paul Hagelschur.

 

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