Feuerwehr zieht Bilanz: Mehr als 100 Einsätze in 2020
Der persönliche Austausch fehlt

altenberge -

Guido Roters, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, und sein Stellvertreter Frank Klose blickten auf die Feuerwehrarbeit in 2020, die auch von der Corona-Pandemie geprägt war.

Samstag, 09.01.2021, 09:18 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 13:24 Uhr
Guido Roters (l.), Leiter der Altenberger Feuerwehr, und sein Stellvertreter Frank Klose ziehen Bilanz und blicken auf 2021.
Guido Roters (l.), Leiter der Altenberger Feuerwehr, und sein Stellvertreter Frank Klose ziehen Bilanz und blicken auf 2021. Foto: mas

Guido Roters , Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Altenberge, blickt verhalten optimistisch in die Zukunft: „Wir haben die Hoffnung, dass wir in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen der Ehrenabteilung feiern können.“ Ob dieser Termin mit Blick auf die Corona-Pandemie auch so umgesetzt werden kann, vermag derzeit niemand vorherzusagen. Ganz unwahrscheinlich ist es jedoch nicht, denn als Termin für das Fest ist der 14. August 2021 anvisiert. „Auf dem Marktplatz soll es einen großen Zapfenstreich geben“, kündigt Guido Roters an, als er zusammen mit seinem Stellvertreter Frank Klose auf das neue und zurückliegende Jahr blickt.

Schwerer Unfall

Das Duo hofft, dass in 2021 allmählich wieder etwas Normalität in den Feuerwehralltag kommt. Denn von diesem sind die „Blauröcke“ derzeit noch weit entfernt. Übungsabende wurden nur ein kleinen Gruppen durchgeführt. „Und zwar in den jeweiligen Alarmgruppen mit maximal 15 Personen“, sagt Guido Roters. Geübt wurden beispielsweise Personenrettung unter Atemschutz im Eiskeller oder das Zerschneiden eines Pkw, um eine Person zu bergen. Denn: Trotz der Corona-Pandemie muss die Feuerwehr einsatzbereit sein. Immerhin mehr als 100 Mal rückten die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr aus. Das sind mehr Einsätze als in 2019. „Es war eine Vielzahl kleinerer Einsätze“, so Frank Klose. Doch im Dezember musste die Feuerwehr zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Laerstraße ausrücken. „Und dann muss natürlich auch jeder Handgriff sitzen“, sagt Guido Roters. Deshalb sei das regelmäßige Üben unerlässlich. Bei Unfällen dieser Größenordnung sei eine Nachbesprechung enorm wichtig. Auch ein Seelsorger, Diakon Manfred Wissing, war an der Laerstraße vor Ort. Immerhin gab es vier Verletzte und zahlreiche Angehörige kamen zum Unfallort, sagt Guido Roters.

Verletzte

Routinemäßige Nachbesprechungen finden nach wie vor statt – allerdings nur mit großen Abstand in der Fahrzeughalle an der Florianstraße. Auf ein anschießendes Beisammensein wird derzeit verzichtet. Guido Roters: „Die Florianstube ist geschlossen.“

Für Einsätze ist die Feuerwehr wie bisher auch gerüstet. Roters: „Wir haben die übliche Personaldecke.“ Lediglich Übungen finden derzeit nur einmal im Monat statt. Normalerweise proben die Feuerwehrleute zweimal im Monat. Allerdings sind derzeit aufgrund des erneuten Lockdowns bis zum 19. Februar Übungsdienste nicht erlaubt.

Florianstube

Hart getroffen hat es den Nachwuchs. Die Kinderfeuerwehr (acht bis zwölf Jahre) hat sich zum letzten Mal im Sommer getroffen. „Wir wollen hoffen, dass alle weitermachen“, so Frank Klose. Auch die Jugendfeuerwehr (zwölf bis 18 Jahre) setzt derzeit ihre Übungsnachmittage aus. Immerhin: Zwei Jugendliche konnten Ende des Jahres in die Einsatzabteilung aufgenommen werden, freut sich Guido Roters.

Auch der Musikzug gehörte zu der rund 180 starken Feuerwehr-Mannschaft. „Der Betrieb ruht auch hier“, sagt der Feuerwehrleiter. Die Musiker können nur alleine zu Hause üben. „Doch die gemeinsamen Auftritte fehlen“, so Frank Klose. „Da ist sehr schade.“

Wir gehen ganz neue Wege.

Frank Klose

Um weiterhin den Kontakt zu den Feuerwehrmitgliedern zu halten, „gehen wir auch ganz neue Wege“, berichtet Klose. So sollen künftig theoretische Kenntnisse online vermittelt werden. Außerdem finden in kleinem Rahmen Videokonferenzen statt.

„Ich habe seit Monaten einige Kameraden nicht getroffen“, erzählt Frank Klose und bedauert diesen Zustand. Guido Roters ergänzt: „Es fehlt der persönliche Austausch. Und das ist auch ein Teil der Feuerwehr.“ Schließlich seien die Feuerwehrleute immer gemeinsam im Einsatz, um Menschen zu helfen. Und das funktioniere umso besser, wenn man sich auch persönlich gut verstehe, betont Roters.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7757517?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Nachrichten-Ticker