Ehrenamtliches Engagement
Wenn der Stress zu groß wird: Margret Stoedtke war zehn Jahre lang Familienpatin

Altenberge -

Es war eine ungewöhnlich lange Zeit: Zehn Jahre lang setzte sich Margret Stoedtke als Familienpatin beim Diakonischen Werk ein. Normalerweise dauert das Engagement in den Familien ein bis zwei Jahre, sagt Elke Gaußelmann, die das Projekt koordiniert. Derzeit kümmern sich elf Paten um Familien. Aber: Neun Familien stehen noch auf der Warteliste. Elke Gaußelmann hofft, noch weitere Ehrenamtliche zu finden.

Mittwoch, 13.01.2021, 18:44 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 19:35 Uhr
War zehn Jahre lang Familienpatin: die Altenbergerin Margret Stoedtke
War zehn Jahre lang Familienpatin: die Altenbergerin Margret Stoedtke Foto: privat

Es ist eher die Ausnahme, doch wenn es über einen so langen Zeitraum passt, umso besser: Die Rede ist von Margret Stoedtke, die nach zehn Jahren als Familienpatin bei einer Altenberger Familie dort nun ade sagte. Die Kinder sind rausgewachsen, haben eigene Freundinnen und Freunde und die Corona-Pandemie kam auch noch hinzu, sagt Elke Gaußelmann . Die Diplom-Psychologin Gaußelmann koordiniert das Projekt Familienpaten der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Steinfurt, bringt Ehrenamtliche und Familien oder Alleinerziehende zusammen und begleitet sie. Und dazu gehörte in den vergangenen Jahren auch die Altenberger Familie und Margret Stoedtke.

Unterstützung

Als Stoedtke ihre Arbeit aufnahm, benötigte eine junge Mutter Unterstützung für das fünfte Kind. Zudem hatten auch die anderen Kinder den Wunsch nach Aufmerksamkeit von Margret Stoedtke und die Mutter mal Bedarf nach einer Pause oder einem Gespräch mit der erfahrenen Mutter, erzählt Elke Gaußelmann. „So ist Margret in die Familie hineingewachsen, vor allem als Unterstützung für das jüngste Kind.“

Einen festen Nachmittag in der Woche kam Stoedtke zu Besuch. Ab und zu einmal, wenn Ausnahmesituationen es erforderten, ist Margret Stoedtke auch an anderen Tagen eingesprungen. Fahrten zum Arzt oder andere Dinge des täglichen Lebens, bei denen eine Hand mehr erforderlich war – auch dann war die Hilfe willkommen.

Ausnahmesituation

„Es ist so schön zu sehen, wie ein Kind aufblüht, wenn es mal eine Exklusivzeit hat, oder man mal Dinge unternimmt, die mit vielen Kindern in verschiedenen Altersgruppen ja nicht immer möglich sind,“ erzählt Margret Stoedtke. „Ausflüge, Schwimmbadbesuche, einfach mal Zeit draußen sein oder auch mal stille Stunden mit Vorlesen und malen. Auch mir hat die Zeit viel gegeben.“

„Normal ist so eine lange Zeit in einer Familie nicht, eher ein bis zwei Jahre in akut schwierigen Familiensituationen“, blickte Elke Gaußelmann auf die sonst übliche Einsatzsatzzeit der Ehrenamtlichen. „So lange als Familienpatin in einer Familie zu sein, ist eher die Ausnahme, aber wenn es sich so ergibt und für beide Seiten eine Bereicherung ist, ist das doch okay.“

Es ist schön zu sehen, wie ein Kind aufblüht.

Margret Stoedtke

Bei vielen Kindern in der Familie sei immer was los, der Stress und die Belastung hören nicht auf, sagt Elke Gaußelmann. „Ich freue mich, dass es wieder einmal so gut gepasst hat, dass beide Seiten so lange eine bereichernde, entlastende Zeit miteinander hatten und bedanke mich ganz besonders bei Frau Stoedtke für die lange ehrenamtliche Zeit bei den Familienpaten.“

  • Interessierte, die sich als Familienpatinnen und Familienpaten engagieren möchten, können sich bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Steinfurt unter Telefon 0 25 51/8 63 70 oder per E-Mail an gausselmann@dw-st.de melden.
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