Initiativkreis Teilhabebeirat setzt sich für Kinder ein
„Inklusion fängt im Kopf an“

Altenberge -

Die Initiativgruppe Teilhabebeirat setzt sich für die Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen ein.

Montag, 15.02.2021, 17:29 Uhr aktualisiert: 16.02.2021, 15:42 Uhr
Die Mitglieder der Initiativgruppe Teilhabebeirat stellten ihre Ideen WN-Redakteur Martin Schildwächter vor (von links oben im Uhrzeigersinn): Walburga Halbrügge-Schneider, Anne Ostendorf, Ulrike Reifig, Meike Buchholz mit ihrem Sohn Thore und Melanie Partzsch.
Die Mitglieder der Initiativgruppe Teilhabebeirat stellten ihre Ideen WN-Redakteur Martin Schildwächter vor (von links oben im Uhrzeigersinn): Walburga Halbrügge-Schneider, Anne Ostendorf, Ulrike Reifig, Meike Buchholz mit ihrem Sohn Thore und Melanie Partzsch.

„Ob jemand eine Behinderung hat oder nicht“, sagt Walburga Halbrügge-Schneider, „das ist nicht das entscheidende Kriterium.“ Wer in Altenberge Angebote außerhalb der eigenen vier Wände wahrnehmen möchte, sollte dazu auch uneingeschränkt die Möglichkeit haben. Dabei soll es egal sein, ob ein Kind beispielsweise mit einer Mehrfachbehinderung oder einem Down-Syndrom geboren wurde oder möglicherweise im späteren Leben eine Verhaltensauffälligkeit zeigt. Halbrügge-Schneider gehört zusammen mit Anne Ostendorf , Meike Buchholz, Ulrike Reifig und Melanie Partzsch der Initiativgruppe Teilhabebeirat an, die unter anderem eine enge Zusammenarbeit mit dem Familienbündnis anstrebt. „Bei uns ist jeder willkommen“, sagt Melanie Partzsch vom Familienbündnis.

Familienbündnis

Dazu gehört auch der dreijährige Sohn Thore von Meike Buchholz. Er ist von Geburt an mehrfachbehindert, er hat das „Angelman-Syndrom“, kann nicht sprechen, läuft noch nicht und wird auf dem Stand eines vierjährigen Kindes bleiben. Die Biologin Buchholz hat sich ebenfalls der Initiativgruppe angeschlossen, denn „soziale Kontakte zu knüpfen, ist nicht einfach“, sagt sie. Seit zwei Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Altenberge. Sohn Thore besucht die DRK-Kita „Fifikus“. „Er profitiert von den anderen Kindern“, so Meike Buchholz. Die meisten Mädchen und Jungen „finden ihn toll“, sagt Buchholz. Kinder seien offen und zeigten keine Berührungsängste.

Bei uns ist jeder willkommen.

Melanie Partzsch

Das Familienbündnis möchte hier künftig Flagge zeigen und „Raum zum Austausch geben“, so Melanie Partzsch. Schon seit langer Zeit versuche das Familienbündnis, Familien mit Behinderungen einzubinden. „Das ist uns noch nicht gelungen“, sagt Ulrike Reifig, Vorsitzende des Familienbündnisses. Sie haben sich immer wieder die Frage gestellt, „wie erreichen wir diese Familien?“. Nun sei eine Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe Teilhabebeirat eine sehr gute Möglichkeit, neue Wege zu beschreiten. Reifig: „Unsere Angebote sind schließlich für alle da. Es darf keine Hemmschwellen geben.“

Walburga Halbrügge-Schneider ist der Ansicht, dass „Kinder mit einer Behinderung in der Gesellschaft weniger präsent sind“. Viele Beeinträchtigten seien nicht direkt nach der Geburt sichtbar, sondern entwickelten sich erst im Laufe der Kindheit oder im Erwachsenenalter, so Halbrügge-Schneider. Im Familienzentrum seien alle Kinder, egal ob entwicklungsverzögert oder entwicklungsbehindert, willkommen. Wer eine besondere Unterstützung benötige, der werde sie auch erhalten, so Halbrügge-Schneider. Die Fachkenntnisse seien vorhanden. Und wenn nicht, „werden wir Lösungen finden“.

Das Familienbündnis werde jetzt seine Angebote überprüfen, damit „wir auch alle erreichen, die wir auch erreichen wollen“, sagt Ulrike Reifig. „Wir müssen weitere Felder entdecken.“

Angelman-Syndrom

„Unsicherheiten oder Ängste“, sagt Anne Ostendorf, „muss es hier nicht geben“. Die Heilpädagogin arbeitet beim Verein Ambulante Dienste in Münsters in der Assistenz-Leitung. Menschen mit einer Behinderung, die eine Assistenz benötigen, werden bei dem Verein vermittelt.

Mit Blick auf künftige Bauvorhaben sei es wichtig, alle Menschen im Blick zu haben, sagt Anne Ostendorf. Ob der Neubau des Rathauses oder der Umbau der Ludgeri-Hauptschule zur Grundschule, Barrieren müssten bereits bei der Planung „beseitigt“ werden. Ostendorf weiter: „Inklusion fängt im Kopf an.“

In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Teilhabe, Generationen, Kultur, Sport und Soziales, die am morgigen Mittwoch (17. Februar) stattfindet, steht ein Antrag der Grünen zum Thema Inklusion und Teilhabe auf der Tagesordnung.

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