Bioland-Hof hält seine Hühner bestmöglich in mobilen Ställen
Nicht nur Masse und Profit

Altenberge -

Zurzeit bereitet die Geflügelpest den Landwirten in der Region Sorgen. Frei gehaltene Hühner, Enten oder auch Gänse dürfen nicht auf die grüne Wiese, damit sie sich nicht durch Wildvögel infizieren. Der Bioland-Betrieb „Hof Hilge“ in Hansell hält seine rund 500 Hühner in zwei mobilen Ställen unter „Hausarrest“. „Aufstallpflicht“ lautet dafür die amtliche Bezeichnung.

Montag, 05.04.2021, 12:30 Uhr
„Auch unsere Hühner dürfen zurzeit ihren mobilen Stall nicht verlassen“, betont Dirk Hilge
„Auch unsere Hühner dürfen zurzeit ihren mobilen Stall nicht verlassen“, betont Dirk Hilge

Zurzeit bereitet die Geflügelpest den Landwirten in der Region Sorgen. Frei gehaltene Hühner, Enten oder auch Gänse dürfen nicht auf die grüne Wiese, damit sie sich nicht durch Wildvögel infizieren. Der Bioland-Betrieb „Hof Hilge “ in Hansell hält seine rund 500 Hühner in zwei mobilen Ställen unter „Hausarrest“. „Aufstallpflicht“ lautet dafür die amtliche Bezeichnung.

Dirk Hilge machte sich viele Gedanken über die Haltung seiner Tiere und achtet dabei besonders auf deren Wohl. „Natürlich möchten wir auch Geld verdienen“, sagt er, „doch es zählen nicht immer nur Masse, Wirtschaftlichkeit und Profit.“

Je nach Größe und Bauart, führt er aus, kann die Haltung im Stall zu Problemen im Sozialverhalten von Hühnern führen. Besonders, wenn sie wie jetzt über einen längeren Zeitraum nicht raus dürfen. „Viele Ställe“, so Hilge, „bieten den Tieren nur wenig Tageslicht und Frischluftzufuhr, außerdem sind sie eher attraktivlos gebaut. Darum hat er sich für zwei komfortable Hühnermobile entschieden, in denen seine Tiere zurzeit auf das Ende der Gefahr warten. „Wir hoffen, dass die Aufstallpflicht nur für die relativ kurze Periode gilt, in der die Zugvögel aus dem Süden zurückkehren.“

Der Öko-Landwirt macht deutlich, dass Hühner und anderes Geflügel natürliche Bedürfnisse haben. Sie lieben das Scharren im Boden, Sonnenlicht und Frischluft. Darum hat sich der Chef des Hauses für einen beweglichen Stall entschieden. Er steht auf einer großen Wiese und wird mit dem Traktor rund einmal in der Woche versetzt. Das Hühnermobil ist völlig autark, weil es zur Versorgung der Technik mit Energie Solarkollektoren nutzt. Die Hennen können sich aussuchen, auf welcher der zwei Etagen sie sich aufhalten. Oben ist ihr „Wohn- und Essensbereich“, unten leben sie im so genannten „Wintergarten“, wo sie Frischluft Tanken und nach Herzenslust Scharren können.

„Für die Zeit der Stallpflicht versorgen wir die Tiere zusätzlich mit Silomais und ganzen Getreidekörnern aus eigenem Anbau“, erläutert der Öko-Bauer. So wird zumindest in Teilen das fehlende Gras und der Klee auf dem Speiseplan ersetzt. „Über dies haben die Hennen die Möglichkeit, ihr angeborenes Pick-Verhalten in Heuballen auszuleben.“

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