Greven
„Wir geben unser Kind ab“

Mittwoch, 26.09.2007, 16:09 Uhr

Reckenfeld . In ganz schön große Fußstapfen treten Christian Fenderl und Katja Wiewel , wenn das Paar am 1. Oktober das Ruder im Edeka-Markt in Reckenfeld übernimmt. Vorgänger und mehr als zehn Jahre lang erfolgreiche Betreiber, Reinhard und Irmgard Schramke, haben Maßstäbe gesetzt, was Sortiment und Service in dem Lebensmittelmarkt angeht. „Wir haben Kunden, die aus Greven oder Emsdetten extra hierher zum Einkauf kommen“, erzählt Reinhard Schramke nicht ohne Stolz.
Anlass für den Wechsel: der anstehende Neubau des Supermarktes. „Ich werde im nächsten Jahr 60 Jahre alt, da wollten wir uns so ein großes Projekt nicht mehr zumuten“, erklärt Schramke. In Zukunft wollen sie sich auf ihre restlichen zwei Edeka-Märkte in Burgsteinfurt und Ochtrup konzentrieren.
Wie schwer ihnen der Abschied trotz allem fällt, erzählt seine Frau unumwunden: „Das ist so, als wenn man ein Kind abgibt. Unsre drei Märkte sind für uns so etwas wie unsere Kinder, und an denen hängt man natürlich.“
Mit dem Ehepaar Christian Fenderl und Katja Wiewel übernehmen zwei junge Geschäftsleute den Markt, die beide sozusagen zwischen Kühlregal und Obsttheke groß geworden sind. Der Vater der 26-jährigen gelernten Bankkauffrau betreibt in Münster und Umland elf Edeka-Märkte und auch der aus Landshut stammende Christian Fenderl stammt aus einer Familie, die schon seit sieben Generationen Lebensmittel vertreibt.
Trotz dieser familiären Bande legen die beiden großen Wert darauf, dass der Markt in Reckenfeld ihr ganz eigenes „Baby“ werden soll. „Wir machen uns damit selbstständig und werden das Geschäft vollkommen in Eigenregie führen“, betont Christian Fenderl. Dabei werden sie mit der Edeka-Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr als Großhändler zusammen arbeiten.
Im bestehenden Markt wollen die neuen Betreiber keine großen Veränderungen mehr vornehmen. „Ein paar optische Veränderungen. Viel mehr macht so kurz vor dem Neubau keinen Sinn“, so Fenderl. Stolz sei man, dass alle 28 Angestellten des Marktes übernommen werden könnten. „In dem größeren Neubau wird da sicher auch noch die ein oder andere zusätzliche Stelle dazu kommen.“
Von den jetzt 800 Quadratmetern Verkaufsfläche soll der Markt dann auf zirka 1400 Quadratmeter wachsen. „Die Größe ist absolut notwendig, wenn man heutzutage auf dem hart umkämpften Lebensmittelmarkt überleben will“, betonenFenderl und Wiewel. Was die derzeit laufende Klage gegen den Neubau betrifft, hält sich das neue Bereiberpaar eher bedeckt: „Das ist in erster Linie die Sache des Eigentümers.“

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