Greven
Keine Chance für „Hopplahopp“

Freitag, 05.10.2007, 16:10 Uhr

Greven . Nein. Hoppla-hopp-Politik gibt es nicht mit den Herren von der CDU im Bauausschuss . Den Nutzungsvertrag für städtische Dächer eben so mal ändern, ohne Vorlage, ohne Gelegenheit, die Sache in der Fraktion zu besprechen? Kommt nicht in die Tüte. „Das ist management by potatoes, zu deutsch: Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“, ärgerte sich Josef Ridders .

Worum ging’s? Nun, ein Investor möchte 1390 Quadratmeter vom Dach des Marienschulzentrums haben, um dort eine Fotovoltaikanlage aufzustellen. 1350 Euro Miete will er dafür jählich bezahlen. „Ich halte das für eine vernünftige Maßnahme“, unterstützte der Technische Beigeordnete Dr. Rolf Leroy das Projekt.

Da widersprach ihm auch niemand – wohl aber der Form, in der die Verwaltung die Zustimmung haben wollte. Denn die Sache war ohne Ankündigung unter dem Punkt „Verschiedenes“ präsentiert worden. Die Sache müsse schnell über die Bühne, damit sie noch dieses Jahr abgeschlossen werden könne, so Leroy . Nur dann könne der Investor entsprechende Einspeisungsvergütungen kommen und den angebotenen Preis bezahlen. Doch das stimmte die CDU-Bank nicht versöhnlicher: „Dieses Hopplahopp will ich nicht“, ärgerte sich Johannes Henningfeld (CDU). „Das hat man doch schon ein paar Tage eher gewusst.“

Im Prinzip waren die anderen Fraktionen der gleichen Meinung – allerdings bereit, um der Sache willen ein Auge zuzudrücken. „Ich fände es sehr schade, wenn wir dieses Projekt durch eine Verzögerung verhindern würden“, argumentierten Peter Borggreve (Grüne) und Wilfried Roth (FDP). Die CDU blieb hart – keine Zustimmung ohne Vorlage. Doch sie baute eine goldene Brücke: Wenn der Bauausschuss am 16. Oktober zu einer Besichtigungsfahrt zusammentritt, will man den Tagesordnungspunkt kurz einschieben. Schließlich sind die Christdemokraten nicht gegen Fotovoltaik, sondern nur gegen einen bestimmten Politikstil. „Wir wollen nicht in eine Ecke gestellt werden“, brummte Siggi Siemon. „Ich seh‘ doch, wie die Presse hier mitschreibt.“

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