Greven
Orgelkonzert: Stunde der Muße und Besinnung

Montag, 03.12.2007, 16:12 Uhr

Greven . Ganz der englischen Orgelmusik widmete Sebastian Bange sein Eröffnungskonzert der Adventsmusik in St. Martinus am Sonntagnachmittag. Diese schon traditionelle Reihe findet immer mehr Resonanz bei den Musikliebhabern in Greven, bietet in der mittlerweile hektischeren Vorweihnachtszeit eine willkommene Stunde der Muße und Besinnung.

Diesem Gedanken folgend wählte Sebastian Bange auch nicht die großen, oftmals erschlagenden Orgelsinfonien und Orgelkonzerte für sein Programm. So erlebte man einen tiefen, fast meditativen Einblick in die eigene Welt englischer Tonsprache, wobei der Bogen gleich über mehrere Jahrhunderte gespannt wurde. Eindrucksvoll begann Sebastian Bange mit dem „Largo und Fugue in G“ von John Stanles. Dieser von Kindheit an blinde Organist, befreundet mit Georg Friedrich Händel, war nicht nur sein Bewahrer der Oratorien, sondern schuf selber neben vielen Kantaten wunderbare Instrumentalmusik. In Greven erklang seine Musik als feinsinnige Einstimmung, man verfolgte inspiriert dem wunderbaren Melodiefluss. Sensibel registriert erklangen „Air und Gavotte in F“ von Samuel Wesley und von seinem Vater Charles Wesley die „Pastorale in G“. Beeindruckend war hier die verwandte Tonsprache, die in einer gemeinsamen Phrasierung und Harmonik ihren Niederschlag fand.

Bei zwei kleineren Werken von Sir John Stainer – auch damals wurden schon Musiker in den Adelsstand erhoben – zeigte Sebastian Bange seine kultivierte Spielweise. Hier erklang feinsinnig und introvertiert eine Musik, der man gerne lauschte. Da präsentierte sich die „Pastorale in G“ von Samuel Brenton Whitney schon in einem mehr dramatischen Gewand. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Englands, sein Werk bestach durch eine groß angelegte Architektur und farbenreiche Klangschichtungen. Auf der großen Orgel von St. Martinus ließen sich die Größe und Gefühlsausbrüche dieser „Pastoralen“ exzellent wiedergeben.

Und mit einer sehr introvertierten „Recessional“ von Frank Bridge schloss diese abendliche Musik. Da schmeichelten selbst die Anlehnungen an die Zwöftonmusik von Arnold Schönberg, die in diesem Werk verarbeitet waren. Moderne Kompositionen haben ihren eigenen Reiz, wenn sie so gut gespielt werden. Viel Applaus erntete Sebastian Bange für dieses beachtenswerte Konzert.

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