Greven
Nichts ist klar im Niederort

Freitag, 30.05.2008, 18:05 Uhr

Greven . Zum Schluss stand die schwarz-grüne Mehrheit, die im Einklang mit Stadtplaner Klaus Dieter Kotz-Lörper für einen „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ am Niederort stimmte. Für die beiden unabhängig voneinander an dieser Stelle agierenden Investoren Rahmann und Schlüter bedeutet der Beschluss, das bereits zu Beginn des Verfahrens klare Pläne über Nutzung und Fassade des Gebäudes vorliegen müssen. Die Verwaltung erhielt zudem den Auftrag, mit den beiden Planern Kontakt aufzunehmen, um dann gegebenenfalls noch vor den Sommerferien eine Entscheidung herbei zu führen. Politiker bedauerten, dass die konkurrierenden Planer immer noch keinen Kontakt aufgenommen hätten.

Investor Josef Rahmann zeigte sich gestern in einer ersten Stellungnahme „maßlos enttäuscht“ und kündigte Konsequenzen an. Mit einem Vorhabenbezogenen Bebauungsplan werde jedenfalls nicht bauen. Er habe zugesagt, im Verfahren die Entwürfe mit der Stadt abzusprechen „Dann passiert eben nichts.“ Vorwürfe richtete er auch an die Adresse des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bez. Dieser habe ein anderes Verfahren zugesagt.

Anders wertet Architekt Bernd Schlüter die Situation: „Wir können mit dem Vorhabenbezogenen Bebauungsplan gut leben.“ Sein Büro werde jetzt das Gespräch mit Herrn Rahmann suchen.

Doch nicht nur der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt zeigte sich bei dem Planungsvorhaben im Niederort uneins. Im Meinungsstreit präsentierten sich nicht zum ersten Mal auch die beiden Stadtplaner. Während der Technische Beigeordnete Dr. Rolf Leroy bemängelte, dass eine zu starke Festlegung durch einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan letztlich dazu führen könne, dass man keine Investoren an dieser Stelle finde, charakterisierte Klaus Dieter Kotz-Lörper gerade dieses Verfahrensweg „als das schnellste“. „Zudem haben wir dadurch eine ganz große Klarheit.“ Genau das könne auch mit einem ergänzenden städtebaulichen Vertrag erreicht werden, erwiderte Leroy, um sich damit ein klares „Nein“ von seinem Stadtplaner Kotz-Lörper einzuhandeln. Der empfahl, den Juristen des Hauses zuzuschalten.

Zustimmung erhielt der Technische Dezernent Leroy von der SPD-Fraktion, deren Sprecher Christian Kriegeskotte sich an dieser Stelle „durchaus auch eine dreigeschossige Bebauung nebst ausgebautem Dachgeschoss“ vorstellen kann und damit im Prinzip auch die Vorstellungen teilte, die Investor Josef Rahmann mit seinen Plänen im Niederort verwirklicht sehen möchte.

Doch auch in diesem Punkt sah die Ausschussmehrheit eher in geringeren Bauhöhen eine dem Platz entsprechende Größenvariante. „Das Kaufhaus Ahlert ist da nicht das Maß aller Dinge“, erklärte Kurt Reidgeld, sachkundiger Bürger in den Reihen der CDU . Eine Mehrheit fand der Vorschlag seines CDU-Fraktionschefs Hans-Dieter Bez, die Firsthöhe mit der Höhe der Nachbarbebauung Burgholz in Einklang zu bringen. Während damit der vordere Bereich auf eine Zweieinhalbgeschossigkeit reduziert würde, könnte die rückwärtige Bebauung durchaus dreigeschossig sein. Wunsch der CDU ist es, den Anschluss vom Wilhelmsplatz an den Kuhtrog zu verwirklichen.

Einen behutsamen Umgang wünschte sich auch Ausschussvorsitzende Wofgang Hoppe. Der Niederort müsse allerdings „aus dem Dornröschenschlaf“ geweckt werden.

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