Greven
Reckenfeld 2020 auf Eis

Donnerstag, 11.09.2008, 16:09 Uhr

Reckenfeld . Manchmal führen auch neue Wege nirgendwohin. Beim Projekt „Reckenfeld 2020“ könnte das zumindest so sein. Auf dem gelben Einband des damals noch von Martina Vennemeyer im Rat vorgestellten Papiers ist von eben diesen „neuen Wegen“ die Rede. Ein Konzept für eine sinnvolle Ortsteilentwicklung sollte erstellt werden, ein Wahlversprechen des amtierenden Bürgermeisters Peter Vennemeyer. Seit der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch sieht es nun eher so aus, dass dieses Projekt, noch bevor es eigentlich gestartet ist, wieder im Aktenschrank der Verwaltung auf unbestimmte Zeit verschwinden wird.

Als Grund wird von offizieller Seite Personalmangel angegeben. „Wir haben keine personellen Ressourcen, um das Projekt fortzuführen“, so Peter Vennemeyers Stellungnahme während der Sitzung. Und auch erster Beigeordneter Manfred Ellermann ließ wenig Hoffnung aufkeimen: „Im Rahmen des anstehenden Umbaus der Verwaltung muss eine Neubewertung vorgenommen werden. Ein Projektstart vor der Kommunalwahl (Frühsommer 2009) kann ich mir nicht vorstellen.“

Mit dem „anstehenden Umbau“ im Rathaus meint Ellermann vor allem die personelle Umstrukturierung, die durch den Wegfall des technischen Beigeordneten ab Ende des Jahres nötig sei. „Das betrifft besonders Mitarbeiter in leitenden Funktionen“, so Ellermann. Und die Leitung des Projektes erfordere nun mal eine nicht unerhebliche Qualifikation. „Dafür kommt nicht jeder in Frage.“ Ob und wann die Stelle von Martina Vennemeyer nach deren Weggang zum Kreis wieder besetzt werde – darauf wollte der erste Beigeordnete zurzeit keine Antwort geben.

Überhaupt nicht nachvollziehen kann Grünen-Fraktionschef Michael Kösters-Kraft diese Argumentation. „Nur weil Frau Vennemeyer zum Kreis gewechselt ist, heißt das doch nicht, dass es außer ihr im Rathaus niemanden gibt, der diese Aufgabe übernehmen könnte. Wenn man jemanden finden will, dann indet man auch jemanden.“ Schließlich gehe es nur um eine halbe Stelle. „Und ich weiß persönlich, dass es im Rathaus interessierte und auch qualifizierte Mitarbeiter gibt, die sich ebenfalls um diese Stelle beworben haben.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch Ratsmitglied Ernst Reiling (ProG), der als langjähriger Verfechter eines Ortsteilentwicklungsplans für Reckenfeld gilt. „Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Interessen der Reckenfelder auf dem Schlachtfeld politischer Grabenkämpfe in einem völlig zerstrittenen Rat geopfert werden. Und der Bürgermeister sitzt dabei mittendrin.“ Auch Reiling mag der Argumentation der Verwaltung nicht folgen. „Es hat neben Frau Vennemeyer andere interne Bewerber gegeben, die aber überhaupt nicht ins Kalkül gezogen worden sind. Das ist mir absolut unverständlich.“

Als eine mögliche „Schutzbehauptung“ bezeichnet das Reckenfelder Ratsmitglied Andreas Hajek (CDU) die Argumentation der Verwaltung: „Was hat die Stelle eines technischen Beigeordneten mit der Leitung des Projektes zu tun? Ich glaube vielmehr, dass man so nur den schwarzen Peter der CDU und den Grünen in die Schuhe schieben möchte. Nach dem Motto: Wir hätten ja gerne, aber leider hat man uns die Leute genommen.“

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