Greven
Öde und leer

Greven - Die Situation wird immer kritischer, die Alte Münsterstraße verödet mehr und mehr. Am Samstag ist der letzte Tag für „Mc Lager“ im alten Postgebäude, am 30. September schließt auch Dirk Juwien seine Tauchlagune in dem Ladenlokal neben dem...

Donnerstag, 28.05.2009, 04:05 Uhr

Greven - Die Situation wird immer kritischer, die Alte Münsterstraße verödet mehr und mehr. Am Samstag ist der letzte Tag für „Mc Lager“ im alten Postgebäude, am 30. September schließt auch Dirk Juwien seine Tauchlagune in dem Ladenlokal neben dem Bio-Supermarkt. Michael Radau , Inhaber des Bio-Supermarktes, macht das große Sorgen. „Im Moment denken wir über eine Schließung nicht nach. Aber wenn hier nicht ganz schnell etwas passiert, müssten wir darüber nachdenken, unseren Mietvertrag in 2011 nicht zu verlängern“, reagierte er auf die weiteren Geschäftsschließungen in der Fußgängerzone.

„Es lohnt sich nicht mehr, in dieser Straße ein Ladenlokal zu betreiben“, begründete Birgit Schmitz , Inhaberin von „Mc Lager“, die Schließung des Geschäfts. „Die Miete ist viel zu hoch für diese Lage, außerdem bin ich umzingelt von Leerständen“, bläst Juwien ins gleiche Horn und fordert dringend, die Straße einseitig für den Autoverkehr zu öffnen. „Leider dauert so etwas immer sehr lange.“ Aber auch in Richtung GWG und Greven Marketing richtet sich seine Kritik. „Ich bin zwar Mitglied in der GWG, aber die bezieht die Alte Münsterstraße nicht in ihre Aktionen mit ein“, sagt Juwien. Auch der monatliche Flohmarkt in der Straße sei ein ganz großes Problem. „Die einzigen Leute, die an diesen Tagen in meinen Laden kommen, wollen nur die Toilette benutzen.“

Auch Alfons Schlüter, dem das leerstehende Ladenlokal an der Ecke zur Fredenstiege gehört, fordert die dringende Freigabe für den Autoverkehr. Die Martinistraße zeige ja, dass das etwas bringe. „Das man dafür aber so lange braucht, wirft ein entsprechendes Licht auf die Entscheidungsträger.“

Das Thema Straßenverkehr in der Alten Münsterstraße wird zur Zeit von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung untersucht. „Momentan wird abgeklärt, ob die technischen Möglichkeiten für eine Freigabe der Straße für Autoverkehr überhaupt gegeben sind“, erklärte Klaus Hoffstadt, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Erst wenn das positiv abgeklärt sei, gebe es weitere Planungen. Und die werden bei der Präsentation des Rahmenplans Innenstadt am 1. Oktober vorgestellt.

Nachfolger für die leer stehenden Ladenlokale in der Alten Münsterstraße sind jedenfalls momentan nicht in Sicht. „Ich hatte einen russischen Supermarkt oder einen Billigbäcker als Nachfolger an der Hand, die wurden aber auf Grund eines Ausschließlichkeitsvertrages für Lebensmittel mit dem Bio-Supermarkt vom Eigentümer abgelehnt“, sagte Ralf Rovara, der für ein halbes Jahr sein Elek­tro­Partner­Geschäft neben dem Supermarkt betrieb und dann zur Königstraße wechselte. Sein Mietvertrag läuft noch viereinhalb Jahre. Auch für die anderen leer stehenden Ladenlokale gibt es nach Aussagen der Eigentümer keine Nachfolger.

Ein weiteres Problem für die Alte Münsterstraße dürfte das seit rund sechs Jahren leer stehende Gebäude der ehemaligen Gaststätte Posthörnchen sein. Mehrmals wurden Pläne für Abriss und Neubau mit Eigentumswohnungen und Ladenlokalen vorgestellt. Passiert ist bislang nichts. „Das Projekt liegt zur Zeit auf Eis“, erklärte ein Miteigentümer auf WN-Anfrage. Der Investor tue sich in der momentan schwierigen Zeiten recht schwer mit dem Projekt. Ein weitere Problem sei die Tatsache, dass zwei Miteigentümer Insolvenz angemeldet hätten. „Die Lage ist ja eigentlich ok, aber die vielen Leerstände tragen sicherlich nicht dazu bei, einen Investor zu animieren, dort zu bauen.“

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