Greven
Jetzt regieren Wischmopp und Besen

Sonntag, 19.07.2009, 14:07 Uhr

Greven - Immer noch sind Maria und Herbert Runde Gastronomen par excellence. Auch am letzten Tag. Auch wenn sie wissen, dass sie in ihrer geliebten Museumskneipe die glänzenden Zapfhähne nicht mehr ziehen, dass sie keine kühlen Bierchen mit lockeren Sprüchen an die dunklen Tische bringen und dass sie auch nicht mehr die vielen kleinen Gespräche mit ihren Stammgästen führen werden. Denn Maria und Herbert Runde machen nach fünf Jahren als Wirte in Ottos Museumskneipe Schluss.

Die Krankenschwester und der Experte für Marketing und Entwicklung waren Quereinsteiger in die Gastronomie und Liebhaber des „alten Grevens“, als sie vor fünf Jahren die wunderschön urige Kneipe an der Marktstraße wiederbelebten. Mit einer großen Party beendeten nun die heute 61-Jährige und der 59-Jährige ihre Gastronomie-Karriere. „Es waren aufregende Jahre, aber sie waren auch anstrengend“, berichtet Maria Runde. Und nun Ex-Kneipier Herbert Runde weiß gar nicht mehr die vielen kleinen Glanzlichter der Karriere aufzuzählen: „Das würde jeden Artikel sprengen. Wir haben so viel erlebt, viele Leute kennen gelernt.“ Aber Gastronomie war immer auch ein hartes Geschäft: „Wir haben teilweise bis zu 22 Stunden am Stück gearbeitet“, berichten die zwei.

Am Samstag war dann endgültig Schluss. Der Pachtvertrag ist nicht verlängert worden. Und da haben die zwei Kneipenliebhaber noch einmal richtig Gas gegeben zum Schluss. Mit einer richtig guten Fete beendeten sie ihre Gastro-Karriere. Da gab es herzhafte Suppen, da durften die jungen Kellnerinnen süße Cocktails servieren und mit knackiger Live-Musik der Münsteraner Rock-Band „Scarabus“ war auch etwas für die jüngere Generation dabei.

Die dürfte auch der nächste Pächter im Auge haben. Mit Tanky Schürhaus geht die Kneipentradition an der Marktstraße weiter. Noch gut zwei Wochen werden die Rundes mit Besen und Wischmopp Ottos Museumskneipe auf Hochglanz wienern, dann übernimmt der durch den gelben Kater und die Beach-Bar bekannte Grevener Wirt die Zapfhähne an der Marktstraße.

Die zwei Rundes scheinen froh, dass es weiter geht in den urigen Räumen. Und sie sind sich sicher, dass ihnen im Ruhestand nicht langweilige wird. Fünf Enkelkinder warten bereits auf Oma und Opa, dazu ist Herbert im Heimatverein engagiert. Für das nächste Jahr hecken die zwei schon wieder etwas aus. Geführte Radtouren rund um Greven wollen sie anbieten: „Da gibt es ein großes Potenzial“, sind sie sich sicher.

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