Greven
Verschuldung auf Rekordniveau

Montag, 13.07.2009, 14:07 Uhr

Greven - Greven ist spitze - beim Schuldenstand . Keine andere Kommune des Kreises Steinfurt wies zum Ende des Jahres 2008 so hohe Verbindlichkeiten auf wie Greven. Insgesamt brachte es die Emsstadt auf gut 105 Millionen Euro Schulden. Pro Einwohner macht das eine Summe von 2941,72 Euro. Auch dieser Wert ist kreisweit unerreicht: Im Schnitt wiesen die Kommunen einen Schuldenstand von 1330 Euro pro Kopf aus. Mit der Pro-Kopf-Verschuldung liegt Greven über dem Landesschnitt, der bei knapp 2800 Euro lag. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das statistische Landesamt veröffentlicht hat.

Im Vergleich zum Vorjahr ist Grevens Schuldenstand nochmals um rund 3,2 Millionen Euro angewachsen - ein Plus von mehr als drei Prozent.

Mittelfristig soll Greven nach den Vorstellungen des Kämmerers und des Bürgermeisters nicht nur keine weiteren Schulden machen, sondern die bestehenden Verbindlichkeiten abbauen. Nach den Zahlen, die das Duo bei der Präsentation des Haushaltsplanes für 2009 vorgelegt hat, sollte die zusätzliche Neuverschuldung von derzeit 3,5 Millionen Euro schon im kommenden Jahr auf knapp 1,3 Millionen Euro fallen. Im Jahr 2012 wollte die Verwaltungsspitze erstmals wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Diese Pläne sind jedoch zwischenzeitlich von der weltweiten Wirtschaftskrise eingeholt worden. Ob diese Ziele in der angestrebten zeit erreichbar sind, ist ungewiss.

Der zwischenzeitliche Optimismus hatte sich zuletzt daran festgemacht, dass der Kreis Steinfurt erstmals seit langem wieder ein Haushaltssicherungskonzept aus Greven genehmigt hatte. Grund für Euphorie gebe es jedoch nicht, trat Beckermann auf die Bremse. Die Wirtschaftskrise werde wohl zu einem Rückgang der Steuern und zu einem Anstieg der Soziallasten führen. Daher drohe schon im nächsten wieder das so genannte Nothaushaltsrecht. Um der Stadt Greven langfristig die finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten sei es unerlässlich, sich für die Zeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zu wappnen. Vor allem die Konsolidierung und gezielte Schuldentilgung der Stadt müssten weiter verfolgt werden.

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