Greven
„Das haben sie richtig gut gemacht“

Freitag, 18.09.2009, 17:09 Uhr

Greven - Derzeit wird er in Berlin sogar als zukünftiger Bundesminister gehandelt. Aber seine Wurzeln hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bekanntlich im Kreis Steinfurt. Die gestrigen Jubiläumsfeiern des Maria-Josef-Hospitals nutzte Laumann, um einige seiner Sichtweisen zum Thema Gesundheitspolitik zu formulieren. Beim Stichwort Krankenhausfinanzierung verteidigte Laumann die pauschale Förderung. „Die Krankenhäuser können am besten selbst entscheiden, wie sie mit dem Geld umgehen“, sagte Laumann. Was die Bedarfsplanung angeht, will er sich das Heft aber nicht aus der Hand nehmen lassen. „Da behalte ich das letzte Wort. Es muss eine ordnende Hand geben.“ Dem frühen Zusammenschluss der drei Krankenhäuder in Greven, Emsdetten und Borghorst unter dem Dach der CKT zollte er ein dickes Lob: „Das haben sie richtig gut gemacht, da sind sie Vorbilder. Diese Zusammenschlüsse und Synergieeffekte brauchen wir im Gesundheitswesen.“

Laumann ließ keinen Zweifel daran, dass gewisse medizinischen Leistungen auch ihren Preis haben. „Wer das will, muss für den Hausbesuch des Arztes auch bezahlen“, so Laumann. Der Hausarzt sei ein ganz wichtiger Versorgungsfaktor im Gesundheitswesen, der aber eine finanzielle Grundlage für seine Arbeit benötige. „Da sind aber nicht alle Weichen von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) richtig gestellt worden“, meinte Laumann. Überhaupt hatte er die KV auf dem Kieker. „Es wäre gut, wenn wir die Fachaufsicht über die Kadetten kriegen“, redete der Minister Tacheles. Ob er dann dem Wunsch des Bürgermeisters entsprechen und die Notfallpraxis in Greven erhalten würde, ließ er allerdings offen. „Wir müssen den ärztlichen Notdienst rational gestalten“, beließ er es bei einer eher vagen Aussage. Die Krankenhäuser seien dafür gute Anlaufpunkte.

Probleme sieht Laumann zukünftig darin, ausreichendes Pflegepersonal zu rekrutieren. Der Einsatz von ausländischen Kräften sei da keine Lösung. „Auch ich möchte, wenn ich ins Krankenhaus muss, mich mit der Krankenschwester auf deutsch unterhalten“, sagte Laumann.

Den Mitarbeitern des Krankenhauses wünschte der Minister eine schöne Betriebsfeier am Abend. Den passenden Trinkspruch hatte er bei Adolf Kolping gefunden: „Das Bier ist nicht nur für die Gottlosen gebraut“

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