Greven
Ringkampf mit den Metropolen

Montag, 09.11.2009, 17:11 Uhr

Greven - 5197 Euro und 63 Cent - genau diese Summe hat ein Grevener pro Jahr im Schnitt zur Verfügung, um sie im örtlichen Einzelhandel auszugeben. Damit liegt die Emsstadt exakt im Bundesdurchschnitt. Rechnet man alle Bewohner Grevens zusammen, steht der Bevölkerung insgesamt die stolze Summe von 185,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Eine Summe, die im örtlichen Einzelhandel allerdings nicht in Gänze ankommt. Denn dort werden in diesem Jahr de facto „nur“ 137 Millionen Euro umgesetzt - macht pro Einwohner 3832 Euro. Dieses Defizit spiegelt sich auch in der so genannten Zentralitätskennziffer wieder: ein Maß für die Attraktivität einer Stadt als Einkaufsort. Eine Kennziffer von über 100 bedeutet, dass Kaufkraft von außerhalb in die Stadt gezogen wird, eine Wert unter 100 weist darauf hin, dass mehr Kaufkraft abfließt. Greven liegt derzeit bei 79,0. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die die GfK Marktforschung für die Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt ermittelt hat.

Wie Johann-Christoph Ottenjann , Vorsitzender der Grevener Werbegemeinschaft, betont, seien solche Daten jedoch mit Vorsicht zu genießen. So beschere etwa ein Gartenfachmarkt mit großem Einzugsgebiet der kleinen Gemeinde Neuenkirchen eine Zentralitätskennziffer von 129,9. Das Örtchen kann es damit locker mit den Einkaufshochburgen Rheine (116,3) und Münster (138,2) aufnehmen. Ähnlich gut stehe die Möbelstadt Senden da. Von den Märkten am Stadtrand habe aber die Innenstadt nichts. Wenn Greven mehr Kunden von außerhalb anziehen wolle, könne man auch einen Ikea am Flughafen ansiedeln. „Da hat aber die Innenstadt nichts davon“, sagt Ottenjann. „Vorrangig interessant an den Zahlen ist, wie Greven im Vergleich zu Nachbarstädten gleicher Größe dasteht.“ Vor allem Emsdetten habe er dabei im Blick. Die Nachbarstadt ist sowohl hinsichtlich Kaufkraft und Umsatz als auch bei der Zentralität (80,0) im selben Fahrwasser unterwegs wie Greven und die fast gleich große Kreisstadt Steinfurt (83,9). Dort ziehe ein Einkaufscenter viele Kunden von außen an, die Borghorster Innenstadt habe dagegen große Probleme. Daran könne man ablesen, „dass der Wert relativ wenig über die tatsächliche Innenstadtstruktur aussagt“. In Greven sei man ganz gut aufgestellt, das derzeit in Arbeit befindliche Einzelhandelsgutachten werde detailliertere Hinweise liefern, in welchen Branchen Greven noch mehr Potenzial ausschöpfen könne. Dass wir hinsichtlich der Außenwirkung nicht so schlecht dastehen, hat auch der Sonntag gezeigt“, verweist der GWG-Chef auf den Martinusmarkt, der viele Gäste von auswärts anlockte. „Wir ziehen schon was in die Stadt“, ist Ottenjann zuversichtlich.

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