Greven
1000 Ideen für einen Ortsteil

Sonntag, 17.01.2010, 14:01 Uhr

Reckenfeld - Teilweise wurden die Diskussionen recht hitzig, liefen aber nie aus dem Ruder, in anderen Gruppen nahm das Sammeln von Ideen kaum ein Ende, da jeder der rund 130 Teilnehmer etwas zur Veränderung beitragen wollte. Denn Veränderungen soll es auf den Fall geben, sowohl auf der kulturellen und freizeitlichen Ebene, wie auch im Bereich der Nutzung von  Gebäuden und der Bereitstellung dieser. Reckenfeld 2020 heißt dieses Projekt, auf das sich schon im letzten Jahr Augen und Ohren der Bürger und auch der Verwaltung richteten. Schon im November fand eine Stadtteilkonferenz statt, bei der erste Themen gesammelt wurden, am vergangenen Samstagnachmittag fanden sich viele Interessierte in der Walgenbachsporthalle zusammen, um in der Zukunft neue Dinge für Reckenfeld zu realisieren.

Gegen 14 Uhr eröffnete Marion Kamp-Murböck die Auftaktveranstaltung. Gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeiterinnen moderierte Kamp-Murböck, die als Expertin von der StadtRaumKonzept GmbH   ihr Wissen über Stadtentwicklung einbringen konnte, durch den Tag. Sie stellte die beiden Themenfelder „Nutzung, Umnutzung, Weiternutzung des Hauptschulgebäudes“ und Kultur und Freizeit vor und machte die Ziele des Tages klar: „Wir wollen heute keinen luftleeren Raum entstehen lassen, am Ende des Tages soll es Namen geben, die sich für bestimmte Projekte einsetzen und wir wollen einen Terminplan aufstellen.“

Auch Bürgermeister Peter Vennemeyer traf die Fragen, die sich für diesen Tag stellten auf den Punkt: „Was ist realisierbar? Welche Informationen benötigen wir? Wer arbeitet mit und packt mit an?“ Bevor man dann zu den Arbeitsgruppen überging stellte Kamp-Murböck die wichtigsten Gesprächsregeln auf und fasste zusammen, was den Tag erfolgreich machen würde: „Wir werden Projekte erarbeiten, die realisierbar sind und eine Bereicherung für Reckenfeld darstellen.“ Auch Vennemeyer war sich sicher: „Neben guten Ergebnissen sollten alle auch Spaß an der Sache haben, ich denke, wenn wir ein Arbeitsklima haben, bei dem sich alle wohlfühlen, erreichen wir auch gute Ergebnisse.“

Anschließend verteilten sich alle auf die Arbeitsgruppen, gut 20 Personen arbeiteten am Thema „Kultur und Freizeit“, bei dem zunächst die Vorschläge aus der Stadtteilkonferenz vorgestellt wurden. Doch auch seitens der Reckenfelder Bürger gab es noch eine Menge Ideen für eine Veränderung im Bereich Kultur. Die konkretesten Vorschläge, die am Ende auch in der Auswertung genannt wurden waren die Einrichtung einer Hausaufgabenhilfe für Schüler, ein Erholungsangebot am Regenrückhaltebecken und eine regelmäßige Veranstaltung zum interkulturellen Kochen.

Deutlich mehr Teilnehmer wollten sich zum Themenfeld „Nutzung des Hauptschulgebäudes“  äußern. Hier entstanden somit sechs Unterthemen, Bürgerbüro /Bürgerhaus, Kulturangebote, Jugendtreff, Begegnung von Kulturen und Generationen, Bildung und Schulstandort, in den kräftig diskutiert wurde. Hin und wieder mussten die Wogen auch mal geglättet werden, da sich der ein oder andere mit so viel Enthusiasmus in das Thema hineinversetzte. Im Großen und Ganzen verlief diese Phase allerdings sehr ruhig und konstruktiv. In der Arbeitsgruppe zum Schulstandort fassten die Teilnehmer beispielsweise zusammen, dass Bildung nötig sei und auch die Attraktivität für Reckenfeld erhöhen würde. Die Arbeitsgruppe Jugendtreff stellte heraus, dass man einen multifunktionalen Raum benötigte und diesen auch mit Räumen verschiedener Institutionen koppeln könne. Interessant wäre hierfür natürlich das Hauptschulgebäude. Eine Jugendherberge zu eröffnen hielt man für uninteressant.

Heiß diskutiert wurde natürlich immer wieder da Thema Bürgerhaus, das von Peter Vennemeyer auch zum Abschluss des Nachmittags in der Ergebnisspräsentation aufgegriffen wurde. Genügend Bürger wären bereit sich zu engagieren, Überlegungen einen Verein zu gründen bestanden auch schon, allerdings war klar, dass die Bürger ein solches Projekt nicht alleine stemmen können. „Die Verwaltung wird auf jeden Fall helfen, den Entscheidungsprozess zu begleiten.“

Projektleiterin Ulrike Penselin erklärte zudem: „In den nächsten Tagen müssen wir die Ergebnisse auswerten und werden dann in geregelten Abständen erneute Veranstaltungen machen. Die finden dann allerdings im kleineren Rahmen satt und beziehen sich nur auf die einzelnen Arbeitsgruppen.“ Nach den Sommerferien soll außerdem eine weitere Stadtteilkonferenz stattfinden, bei der die Fortschritte dokumentiert und vorgestellt werden sollen.

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