Greven
Fördermittel für Reckenfeld?

Donnerstag, 29.04.2010, 15:04 Uhr

Greven / Reckenfeld - „Geld für Reckenfeld, wer wäre schon dagegen?“ Der Grüne Bernhard Sebastian brachte es auf den Punkt. Um die wichtige Einschränkung nachzuschieben: Wenn die Voraussetzungen für einen Förderantrag nun mal nicht vorlägen, mache es keinen Sinn, über einen solchen Antrag zu debattieren.

Dennoch tat der Bezirksausschuss für Reckenfeld bei seiner Sitzung am Mittwoch genau dies. Was vor allem am streitlustigen Ernst Reiling lag. Der hatte für „Reckenfeld direkt“ beantragt, den Ortsteil in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ einzubinden. Vor allem der Umstand, dass eine Förderung für die Kernstadt beantragt wird, für Reckenfeld aber nicht, brachte ihn in Rage.

„Wir sind noch nicht so weit, dass wir für Reckenfeld einen Antrag stellen können. Vor allem fehlt ein integriertes Handlungskonzept“, erläuterte Ulrike Penselin, Projektbeauftragte von „Reckenfeld 2020“. Das sei schon „eine große Hürde“. Noch sei unklar, wo man in Reckenfeld insbesondere städtebaulich hin wolle. „Wir sind mit Reckenfeld 2020 erst in diesen Prozess eingestiegen“, sagte sie. Reiling wollte dies nicht gelten lassen. „Wir sind in Reckenfeld wesentlich weiter als in der Kernstadt.“ Bürgermeister Peter Vennemeyer bat darum, nicht wieder „eine Benachteiligungsdebatte zu führen“. Man habe die Lage „intensiv geprüft“. Jedoch sei man bis zum Ende der Antragsfrist (30. Juni) nicht in der Lage, die für den Antrag geforderten Voraussetzungen zu schaffen.

„In der Kernstadt wissen wir, wo wir hin wollen“, sprang im Wirtschaftsförderer Stefan Deimann bei. „Für den Antrag werden Dinge vorausgesetzt, die in Reckenfeld gerade erst diskutiert werden. Es war uns natürlich klar, dass die Frage aufkommt: Warum macht ihr nichts für Reckenfeld? Wäre es für Reckenfeld möglich gewesen, da können sie sicher sein, hätten wir es gemacht“, sagte er an Reiling gewandt. Der entgegnete: „Es kommt mir vor, dass man schnell auf einen abfahrenden Zug aufspringt, aber den kleinen Bruder am Bahnhof zurücklässt.“

Deimann betonte, dass die Voraussetzungen für die Kernstatdt deutlich besser seien, weil viele Unterlagen und Pläne vorlägen: Konzepte für einen Rundlauf in der Innenstadt, Pläne für Martini-Passage, Rathaus-Karree und Niederort-Bebauung, die Ergebnisse der Ausstellung „Innenstadt mit Zukunft.“ In Reckenfeld dagegen sei die städtebauliche Per­spektive - Stichworte Schulgebäude, Sportplätze, Pfarrhaus - noch gänzlich offen. „Wir können da nicht mit Gewalt etwas zusammenstricken“, so Deimann. Andreas Hajek (CDU) zeigte sich „verwundert und enttäuscht, dass wir nicht auf dem selben Stand sind wie die Kernstadt“.

Der Ausschuss beschloss letztlich, Reckenfelds Einbindung in das Förderprogramm zu veranlassen - jedoch ohne konkrete Jahresangabe. Das wertete Vennemeyer als Auftrag, den Förderantrag erst in 2011 zu stellen.

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