Greven
Haushalt: Mehr als drei Fragezeichen

Mittwoch, 27.10.2010, 20:10 Uhr

Greven - Es waren mehr als nur drei Fragezeichen , die per Beamer auf die Riesenleinwand über des Kämmerers Haupt projiziert wurden. Nie habe er über die städtische Finanzplanung mehr Fragezeichen setzen müssen, beklagte Wolfgang Beckermann am Mittwochabend im Rat. Auch Bürgermeister Peter Vennemeyer , der den Haushaltsentwurf für 2011 eingebracht hatte, konnte diese Fragezeichen nicht auflösen.

Im Gegenteil. Die wachsende Belastung der Stadt machte er an ein paar Zahlen fest. Allein im Jugend und Sozialbereich seien die Ausgaben in nur fünf Jahren um fast fünf Millionen Euro gestiegen, ohne dass sie durch höhere Einnahmen hätten kompensiert werden können. „Unsere Haushaltssituation ist eben nicht nur dem eigenen Handeln zuzurechnen.“

Schwindelerregend das Tempo des Grevener Schuldenzuwachses. „Wenn der Minutenzeiger eine Runde gedreht hat, ist unsere Verschuldung um fast 14 Euro gestiegen,“ brachte der Bürgermeister ein praktisches Beispiel. Auf 3600 Euro wird der Schuldenstand pro Kopf bis 2014 auftürmen.

Und doch bot gerade der Einblick in den Schuldenstand der Stadt Greven einen kleinen Silberstreif. Den machte Kämmerer Beckermann im Jahr 2014 aus. Dann, addierte er, werden Grevens Schulden inklusive des Darlehnsbestand der BEG auf 131 Millionen Euro gestiegen sein.

Hoffnungen? Die könnten sich aus der Prognose des Vorjahrs ergeben, als der Schuldenstand noch um satte 18 Millionen Euro höher lag. Und noch eins verdeutlichte die e Schuldengrafik. „Ab 2014 gehen wir von einem sinkenden Schuldenstand aus.“

Mehr als drei Fragezeichen gibt es allerdings auf dem Weg in diese mögliche Konsolidierung. Nach den vor der Sommerpause gefassten Konsolidierungsbeschlüssen, warb Beckermann für weitere Entscheidungen, auch in Richtung Parkgebühren. Die bisherigen Bemühungen, Erträge zu steigern und Aufwendungen zu reduzieren, bezeichnete er als „herausragend“

In beiden mit viel Beifall quittierten Reden wurde aber auch deutlich, dass Greven „ohne Unterstützungsleistungen von Bund und Land“ die Lebensqualität kaum erhalten könne. Vennemeyer wie Beckermann deuteten Signale von Bund und Land positiv für die Kommunen. „Es sieht so aus, als ob etwas für die kommunale Finanzausstattung getan wird“, erklärte der Kämmerer.

Minimalziel müsse für die Stadt sein, „auf Biegen und Brechen eine Überschuldung“ zu verhindern.

Anders als in den Vorjahren verzichteten beide Redner auf eine Giftliste. Schließungen von Einrichtungen, schlage man nicht vor. Unpopuläre Maßnahmen könne man allerdings für die Zukunft nicht ausschließen.

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