Greven
KI: Schuldenlast ist Schnee von gestern

Mittwoch, 20.10.2010, 20:10 Uhr

Greven - Nein, alles möchte Egon Koling dann doch nicht preisgeben. Dass die Kulturinitiative (KI) auf einem guten Weg sei, dass der Schuldenstand stetig sinke, dass die KI wirtschaftlich deutlich stabiler da stehe als vor drei Jahren - all das kann er bestätigen. Auch, dass er den Mitgliedern am 29. Oktober bei Öppe (19 Uhr) weitere gute Nachrichten präsentieren werde. Aber ein paar Details will er sich eben doch für diese Mitgliederversammlung aufheben.

„Man kann schon sagen, dass die KI auf einem guten Weg ist“, sagt der Vorsitzende. Den Rechenschaftsbericht könne man „mit einiger Gelassenheit“ abwarten. „Und 2012 sind wir auf jeden Fall darlehensfrei“, blickt Koling in eine vergleichsweise rosige Zukunft. Die wirtschaftliche Schräglage, in der sich der Verein Ende 2006 befunden habe, sei abgewendet, die Krise überstanden, die Last von 36 000 Euro Verbindlichkeiten wohl Schnee von gestern.

Der eingeschlagene Weg habe sich als richtig erwiesen, bilanziert der ehemalige Bürgermeister. „Wir haben das Angebot reduziert, dadurch haben wir höhere Besucherzahlen pro Veranstaltung.“ In einer Modellrechnung, die dem Sanierungskonzept zugrunde lag, sei von 250 bis 300 Besuchern im Ballenlager und 80 in der Kulturschmiede ausgegangen worden, „damit man einigermaßen über die Runden kommt“, so Egon Koling. „Diese Zahlen erreichen wir gut.“

Der Verzicht auf zu kostspielige und riskante Engagements, die Unterstützung durch Sponsoren, die tatkräftige Mithilfe aktiver Mitglieder - etwa beim Thekendienst - sowie eine strikte Kostenkontrolle halfen, die existenzbedrohenden Schulden in den Griff zu bekommen und das Schiff KI wieder auf einen gesunden Kurs zu bringen.

Bei der Verpflichtung von Künstlern gehe man nur noch ein kalkulierbares Risiko ein. „Man kann da nicht wild drauf los planen“, sagt Koling. Zudem laufe die Programmgestaltung anders ab als früher, als einzelne Personen die Verpflichtungen der Künstler vornahmen. „Dass irgendwer etwas bestellt, was wir am Ende gar nicht bezahlen können“ - das gehört laut Koling der Vergangenheit an. Nun entscheidet der Vorstand gemeinsam über Engagements. Was helfe, Konflikte zu minimieren.

Dass Willi Meibeck nicht mehr für die Auswahl der Künstler zuständig sei und in dieser Funktion von Albert Huckenbeck abgelöst wurde sei „ein Wechsel in völligem Einvernehmen“, sagt Koling. Meibeck habe diesen Schritt rechtzeitig angekündigt und ihn vollzogen, ohne vom Verein dazu gedrängt worden zu sein. „Er steht der KI ja auch noch mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Koling über den Vereins-Vize.

Im ersten Halbjahr 2011 setzt die KI wieder auf eine bunte Zusammenstellung. Carlos Nunez sei einer der weltbesten Flötisten, schwärmt Koling, für dessen Konzerte in Paris und anderenorts 90 Euro Eintritt verlangt würden. In Greven kommen Besucher schon ab 23 Euro in den Genuss. Kitty Hoff („eine tolle Größe“) und Tobias Sutthoff („Weltklasse) zählt Koling zu den weiteren Highlights, das durch Kabarett (Storno, Eure Mütter), Kunst-Vorträge (Dr. Hans-Martin Dziersk), Musik (Ramble and Roam) und Kindertheater (Emil und die Detektive) abgerundet wird.

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