Greven
Der Bär steppt irisch

Sonntag, 07.11.2010, 13:11 Uhr

Reckenfeld - Die Grippe hatte den Musikern zu schaffen gemacht, und doch musste nicht ernsthaft gezittert werden, ob die Reckenfelder Folk-Nacht auch in diesem Jahr stattfinden konnte. Dafür war die Vorfreude bei der selbst ernannten „Good Time Folk Band Crashando“ auf das Wiedersehen mit den immer bestens gelaunten Zuschauern im evangelischen Gemeindehaus zu groß.

„Zu euch kommen wir jedes Jahr gerne“, eröffnete Frontmann Rainer Zinke das nunmehr siebte und erneut ausverkaufte Gastspiel in Reckenfeld. Und es dauerte keine fünf Minuten, da war die Freude auch schon wieder übergeschwappt. Keine Frage: Wo diese Band auftritt, steppt der Bär . Und das kann durchaus ein wenig wörtlich gemeint sein, wenn das bärtige Bandmitglied Ralf Weihrauch mit seinem Akkordeon von der Bühne springt und mit dem Publikum tanzt. Spätestens beim irischen Tanz-Klassiker „Lord of the dance“ ist es soweit und jeder der etwa 120 Zuschauer würde sich wohl sofort bei Weihrauch einhaken und zu einem kleinen Tänzchen animieren lassen. „Aber das bleibt meist den Damen vorbehalten“, scherzte ein Gast. Doch auch für die Herren gab sich die Band wie immer publikumsnah, als sich die Musiker nach dem Auftritt gerne noch Zeit für ein Gespräch bei einem frisch gezapften irischen Guinness und leckeren Snacks nahmen, die wieder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde vorbereitet hatten. Schon beim Musikprogramm hatte das leibliche Wohl eine Rolle gespielt, als Crashandoh auf typisch irischen Instrumenten wie der Fiddle, gespielt von Band-Neuling Jonas Liesenfeld, und der Tin Whistle schmetterte, dass „Whisky in the Jar“ ist. Doch nicht nur die Freunde von flotter Tanzmusik kamen voll auf ihre Kosten, die Band überzeugte auch mit gefühlvollen Folk-Balladen.

Und das besondere Markenzeichen der aus dem Ruhrgebiet stammenden Band kam ganz am Ende. „Jetzt möchte ich all eure Feuerzeuge sehen“, rief Gitarrist Wolfgang Hammelmann ins Publikum ehe eine Folk-Version vom Bergmannslied „Glück auf, der Steiger kommt“ ertönte. Das Reckenfelder Publikum zeigte sich bei der Kohlenpott-Hymne erstaunlich textsicher. Sicher war man sich auch, dass unbedingt noch eine Zugabe folgen musste: Und so klang die Folk-Nacht mit einem weiteren tanzbaren Evergreen, dem „Irish Rover“, aus. Zum letzten Mal war die Tanzfläche voll: Wildfremde Menschen hakten sich beieinander ein und hüpften fröhlich durch den Saal. Möglicherweise werden sie sich nach diesem Abend lange nicht sehen. Garantiert aber bei der nächsten Folk-Nacht.

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