Greven
„Startsignal für Ortsmitte“

Freitag, 14.01.2011, 22:39 Uhr

Reckenfeld - Als ein Startsignal für die Neugestaltung der Reckenfelder Ortsmitte sehen die vier Investoren, die namentlich nicht genannt werden wollen, den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses am Standort des ehemaligen Cafés Schulz . Die Abrissgenehmigung für das Ladenlokal und die alte Bäckerei wird in diesen Tagen beantragt, das benachbarte ortsbildprägende Wohnhaus bleibt erhalten, wie einer der Investoren gegenüber den WN betonte.

Der Abriss des Cafés, das zum 1. Januar 2005 geschlossen wurde und das die Investoren bereits vor geraumer Zeit gekauft haben, ist für die erste Februarwoche geplant. Die Schließung des traditionellen Hauses in Reckenfeld begründeten seinerzeit die Betreiber mit den hohen Investitionskosten. Seitdem nagt der Zahn der Zeit an dem alten Gebäude.

Jetzt planen die Investoren an gleicher Stelle ein Wohn- und Geschäftshaus in der Ortsmitte in der Hoffnung, dass auch andere auf diesen Zug aufspringen. Das genaue Konzept für das Wohn- und Geschäftshaus ist noch offen. Und auch der Bauantrag muss noch gestellt werden. Fest steht bisher, dass im Erdgeschoss des Komplexes über einer Tiefgarage drei bis fünf Ladenlokale entstehen sollen. Dazu kommen etwa zwölf Wohneinheiten in einer Größe von 60 bis 90 Quadratmetern, die auch für junge Familien geeignet sind. Einer der Bauherren: „Wenn wir den Bauantrag gestellt haben, hoffen wir, dass die Politik schnell handelt, damit wir vielleicht schon im Juli oder August mit dem Bau beginnen können. Eventuell muss auch der Bebauungsplan noch geändert werden.“

Zur Geschichte des Café Schulz: Bäckermeister Wilhelm Schulz kam mit seiner Familie Ende der 40er Jahre nach Reckenfeld und eröffnete an der Grevener Landstraße eine Bäckerei mit Geschäftslokal. 1949 zog er aus Platzgründen um in ein Nebengebäude des „Deutschen Hauses“. 1958 kaufte Bäckermeister Schulz das Haus in der Ortsmitte am heutigen Kreisel. Im Ladenlokal war zunächst ein Textilgeschäft beheimatet. Am Kauf beteiligt waren damals neben Wilhelm Schulz auch die Stadt Greven und die Siedlungsgesellschaft Münsterland. Von den drei Parteien wurde vor über 50 Jahren zum ersten Mal Reckenfelder Geschichte als Auftakt zu einer späteren Gestaltung der Ortsmitte geschrieben.

In seiner neuen Heimat wurde Wilhelm Schulz schon früh integriert. Er wurde Mitglied in der 1949 gegründeten Karnevalsgesellschaft und im Frühjahr 1950 Mitglied des Elferrates. Er nahm über viele Jahre an der kulturellen Entwicklung Reckenfelds teil.

Jahrelang war sein Café mit der Bäckerei eine Institution im Ortsteil. Seit nunmehr sechs Jahren steht das Ladenlokal leer. Wenn alles nach Plan läuft, wird schon bald der Bagger anrücken und Platz für ein Wohn- und Geschäftshaus schaffen.

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