Greven
Schlechte Zeiten für Falschparker

Donnerstag, 10.02.2011, 17:02 Uhr

Greven - Von Aufstockung , gar einer „Mobilmachung“ möchte Uwe Kunze , Leiter des städtischen Rechtsamtes , nicht sprechen. Dass die Stadt aktuell drei Mitarbeiter sucht, die den ruhenden Verkehr überwachen sollen, habe nichts damit zu tun, dass die Stadt durch verstärktes Knöllchenschreiben neue Einnahmepotenziale erschließen wolle. Und doch: Autofahrer müssen damit rechnen, dass das Parken ohne Parkschein, das unberechtigte Abstellen auf Behindertenparkplätzen und das Blockieren von Rettungswegen künftig stärker geahndet wird. Die Gefahr, beim Falschparken erwischt zu werden, steigt.

Per Stellenausschreibung sucht die Stadt drei 400-Euro-Kräfte, die quasi als „Springer“ aushelfen sollen, wenn die beiden etatmäßigen Halbtagskräfte mal ausfallen sollten. Zudem sollen die Neuen bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommen.

„Wir sind ganz dünn besetzt“, sagt Kunze. Es sei vorgekommen, dass man manche Bereiche der Stadt ein halbes Jahr lang nicht habe kontrollieren können. „Das spüren wir dann ganz deutlich“, sagt er. Sprich: Die Parksitten verfallen. Wo man nicht mit Knöllchen rechnen muss, werden die Regeln besonders gern missachtet. „Die Kunst ist, unberechnbar zu bleiben“, sagt Kunze augenzwinkernd. Die Autofahrer dürften sich nicht in der Gewissheit wiegen, dass nichts passiere.

Neben dem innerstädtischen Einsatz soll künftig verstärkt am FMO, an Badeseen und bei Großveranstaltungen kontrolliert werden. „Der Flughafen bittet uns, Kontrollen durchzuführen, insbesondere auf dem Parkstreifen vor dem Terminal, damit dieser nicht von Dauerparkern blockiert wird“, skizziert Kunze. Auch das Blockieren von Behindertenparkplätzen sei am FMO ein großes Ärgernis. „Wir werden dort mit Augenmaß kontrollieren“, verspricht Kunze.

Bei schönem Wetter komme es auch an Baggerseen in den Außenbereichen immer wieder zu Problemen, weil durch wild abgestellte Fahrtzeuge die Wege für Landwirte oder - noch schlimmer - Rettungsfahrzeuge erschwert oder blockiert werde - eine lebensgefährliche Angelegenheit. Auch hier sollen die Fahrzeugbesitzer intensiver als bisher an ihre Pflichten erinnert werden.

Gleiches gilt für Parker, die ihre Autos im Umfeld von Großveranstaltungen dort abstellen, wo nichts abgestellt werden darf. Ob Fußballturnier , Weihnachtsmarkt oder Trödelmarkt (der nächste übrigens am kommenden Wochenende) - oft komme es dort zu ärgerlichen Situationen, manchmal gar zu Verkehrsgefährdungen.

Mit der geplanten Einführung der Parkgebühren hat die Einstellung der drei 400-Euro-Kräfte (das entspricht etwa einer vollen Stelle) nichts zu tun, betont Kunze. Ob es nötig werde, das Personal dann nochmals aufzustocken, hänge ganz von der Ausgestaltung der Parkgebührenpflicht ab. Setze man auf den betreffenden Flächen Schranken ein, seien Kontrollen nicht nötig - zumindest nicht in der Innenstadt. „Klar ist: Wir werden die Bereiche am Rande der Innenstadt, etwa im Nordviertel, verstärkt kontrollieren müssen“, sieht Kunze Probleme mit Ausweichparkern auf die Stadt zukommen.

Die Bewerber müssen außer einem Führerschein vor allem ein freundliches Wesen mitbringen, heißt es in der Ausschreibung. „Das sind unsere Aushängeschilder. Dort wird Verwaltung wahrgenommen“, sagt Kunze.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/255553?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F698717%2F698830%2F
Nachrichten-Ticker