Greven
Krimis für die Chirurgie

Dienstag, 08.03.2011, 16:03 Uhr

Greven - Wer im Krankenhaus das Bett hüten muss, hat schnell Langeweile. Der Tag ist lang und Abwechslung dünn gesät. Die Neuigkeiten mit dem Bettnachbarn sind schnell ausgetauscht und die Verwandtschaft kommt auch nur sporadisch vorbei. Gegen Langeweile hat Christiane Homoet ein probates Mittel: lesen, hören und spielen. Sie ist Herrin über mehr als 1500 Medien in der Krankenhaus-Bibliothek. Sie versorgt die großen und kleinen Patienten mit Lesestoff, sei es nun Belletristik, Sach- oder Kinderbücher und bietet neuerdings auch Hörbücher inklusive Abspielgeräte an. Gesellschaftsspiele und Musik zum Entspannen hat sie ebenfalls in ihrem reichhaltigen Angebot.

An drei Vormittagen, montags, dienstags und donnerstags, ist die Krankenhaus-Bibliothek geöffnet. Der helle, freundlich eingerichtete Raum mit Blick in den Park lädt zum Stöbern und Lesen ein. Man merkt, dort sind die Patienten stets willkommen. Zu finden ist die Bibliothek im Erdgeschoss neben der Kapelle.

Vor Öffnung der Bibliothek packt Christiane Homoet den Bücherwagen mit rund 200 Medien und macht sich auf den Weg durchs Haus. Homoet: „Ich beliefere jede Station einmal in der Woche. Dabei besuche ich jedes Zimmer und fahre zu jedem Krankenbett, so dass der Patient unter den Medien auswählen kann. Wenn ein Patient einen Wunsch hat und ich habe das Buch, die CD oder das Spiel nicht auf dem Wagen, aber im Bestand, dann wird es eben nachgebracht.“

Christiane Homoet stellt für jede Station ein besonderes Angebot zusammen. Auf der Wöchnerinnenstation sind zwangsläufig Bücher rund ums Baby beliebt. Homoet: „In der Chirurgie kann ich damit natürlich nicht landen. Hier sind eher Krimis und Thriller gefragt. Auf der inneren Station liegen oft ältere Menschen. Viele davon lesen gern Bücher über die jüngere Vergangenheit, in der sie sich selbst wiederfinden.

Zur Entspannung sind hier auch Heimat-, Familien- oder Liebesromane gefragt. Aktuelle politische Bücher, etwa von Ex-Kanzler Schmidt oder Präsident Obama , Biografien oder Bildbände sind überall begehrt.“

Die Ausleihe an sich ist ganz unkompliziert. Die Patienten können die Medien so lange behalten, wie sie im Krankenhaus bleiben und diese bei ihrer Entlassung einfach beim Pflegepersonal zurückgeben. Von dort gelangen sie wieder zurück in die Bibliothek.

Christiane Homoet bietet noch einen Service an, den die Patienten ihrer Meinung nach ruhig noch öfters in Anspruch nehmen könnten. Während der Öffnungszeiten können sie kostenlos in der Bibliothek anrufen und Bücher oder andere Medien bestellen und sich diese ans Patientenbett bringen lassen. Das geht auch, wenn das Telefon auf dem Zimmer nicht angemeldet ist.

Mit Marianne Riering und Christiane Gundler hat Christiane Homoet zwei Mitarbeiterinnen, die sie regelmäßig ehrenamtlich unterstützen. Derzeit sind sie mit der Riesenaufgabe beschäftigt, den gesamten Medienbestand per Computer zu erfassen.

Homoet: „Dann können wir auch per EDV ausleihen. Jetzt haben wir noch Karten in jedem Buch, die wir bei der Ausleihe heraus nehmen und auf die wir mit Bleistift den Namen des Patienten eintragen. Bei der Rückgabe wird der aus Gründen des Datenschutzes wieder ausradiert.“

Die drei Mitarbeiterinnen legen Wert darauf, den Bestand der Bibliothek stets auf dem neuesten Stand zu halten. Christiane Homoet: „Jährlich werden etwa 200 Medien neu eingestellt, darunter auch etliche Bestseller. Und aussortiert wird natürlich auch - was nicht mehr nachgefragt wird. So gelingt es, das Medienangebot attraktiv zu halten und die Leser immer aufs Neue zu begeistern.“

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