Greven
Pferdestall erste Bleibe der jungen Gemeinde

Donnerstag, 21.04.2011, 16:04 Uhr

Reckenfeld - Es hat den Anschein, als wenn vor 75 Jahren die ganze Diözese Münster Anteil nahm am Kirchenbau in Reckenfeld. Wie die WN berichtete, reiste der damalige Rektor Lessel nicht nur von Ort zu Ort und predigte in 40 Kirchen, um die Katholiken für eine Spende zu gewinnen, auch die Tageszeitung berichtete ausführlich über den Bau der Kirche in Reckenfeld und bat, wegen der Armut in der Walgenbachgemeinde um finanzielle Mithilfe.

Wörtlich hieß es: „Wohl selten findet man in der Diözese Münster eine Pfarrgemeinde, die eine solch interessante und eigentümliche Entstehungsgeschichte aufzuweisen hat wie die junge Siedlergemeinde Reckenfeld. Vielen Lesern unserer Zeitung wird der Name Reckenfeld noch unbekannt sein. Es sind kaum 20 Jahre her, da lag an der Ems zwischen Greven und Emsdetten, dort wo jetzt 2000 Menschen wohnen, Wald und Heide. Da kam der Weltkrieg 1914/18, und mitten in dieser waldreichen Gegend wird eines Tages ein gewaltiges Nahkampfmittel-Depot angelegt. Hunderte von Pulverschuppen wurden errichtet, versteckt im Grün und gesichert gegen Fliegergefahr. Nach dem Krieg musste das Munitionslager aufgegeben werden und wurde mit Grund und Boden an eine Berliner Handelsgesellschaft verschleudert, um aus den Pulverschuppen Wohnhäuser zu machen. Aus dem ganzen deutschen Vaterlande wurden Siedler nach Reckenfeld gelockt. Die Schuppen mussten teuer erstanden werden, aber Verdienstmöglichkeiten waren nicht vorhanden, und das bisschen Land reichte nicht aus, eine Familie zu ernähren. Um ihren religiösen Pflichten nachzukommen, mussten sie den weiten Weg nach Greven oder Emsdetten machen. Seit Weihnachten 1926 wurde ihnen ein 90 Quadratmeter großer ehemaliger Pferdestall zur Verfügung gestellt, in dem sie eine kleine Kapelle errichteten. Noch heute dient der primitive Raum 1500 Katholiken als heilige Stätte. Diaspora mitten im katholischen Münsterland. Die junge Gemeinde ist gezwungen, ein neues Kirchlein zu bauen, aber sie ist arm. Nun hat der Bischof, der die Not dieser Gemeinde kennt, eine Kirchkollekte ausgeschrieben, die in allen Kirchen der Diözese abgehalten werden soll. Wir sind sicher, dass in einer Zeit, in der der Opfersinn der Deutschen das Staunen der ganzen Welt hervorgerufen hat, der Appell an die Nächstenliebe der Katholiken zu ihren armen Glaubensbrüdern nicht umsonst sein wird.“

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