Greven
Respektvoll und gewaltlos

Dienstag, 28.06.2011, 16:06 Uhr

Reckenfeld - Das Projekt ist überschrieben mit „RAD“. „Das steht für Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin,“ sagt Sozialarbeiter Georg Krevert , der zusammen mit seinem Kollegen Mattes Koor­mann von der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland über ein Schuljahr das Coolness-Training in der Erich Kästner-Grundschule geleitet hat. Damit geht bereits der dritte Durchgang der zweiten Klassen zuende.

Schulleiterin Christel Heisler : „Wir freuen uns, dass die evangelische Jugendhilfe und das Grevener Jugendamt dieses Projekt unterstützen. Das Coolness-Training wurde nicht nur von den Kindern gut angenommen, auch die Eltern zeigten sich begeistert.“

Die beiden Sozialarbeiter halten sich seit Schuljahresbeginn in den zweiten Klassen auf. Hier übten sie spielerisch mit den Kindern den respektvollen Umgang mit anderen Kindern und die Vermeidung von Gewalt und Übergriffen auf andere. Dabei erfuhren die Kinder viel über sich und ihre Gefühle in bestimmten Situationen. So konnten sie in der Geschichte von „Sandras Tag“ durch das „Auseinanderschneiden“ der Hauptperson das Gefühlsleben in Situationen von Respektlosigkeit und Zurückweisung nachempfinden. In einer zweiten Runde wurde Sandra dann wieder zusammen gebastelt. Dabei hatten die Kinder tolle Ideen und Vorschläge, „Sandras tag“ schöner zu gestalten.

In vielen kleinen Übungen, unter anderem der „Imaginären Rose“, konnten die Mädchen und Jungen sich und ihre Mitschüler anders erleben. Sie sollten sich gegenseitig loben oder ein Kompliment aussprechen. Ihnen wurde aufgetragen, einem anderen Mitschüler eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, etwa den Stuhl hochstellen, mit einem Stift aushelfen, die Tür aufhalten oder sich zum Schulhofspiel in der Pause zu verabreden. „Diese Übung fiel einigen Kindern sehr schwer,“ waren sich die beiden Soziapädagogen einig. „Die Kinder jedoch, die in den Genuss der Aufmerksamkeiten kamen, berichteten eine Woche später vom tollen Gefühl, zum Spiel eingeladen zu werden.“

Gestern ging der dritte Klassenkurs des Coolness-Trainings nach zehn Einheiten zuende. Für die Klassen gab es als Anerkennung ein großes Bild und jedes Kind bekam eine kleine Urkunde. Die beiden Trainer zeigten sich begeistert von der Motivation der Kinder und die gute Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium. Besonders die Teilnahme einiger Mütter beim Coolness-Training in der Schule bewerteten sie als positiv,

Das Coolness-Training entwickelte sich 1987 aus dem Anti Aggressions Training für junge straffällig gewordene Gewalttäter. Hintergrund war der Ansatz, bereits im Vorfeld präventiv aktiv zu werden. Es bot sich an, schon frühzeitig in den Schulen damit zu beginnen, um Kindern eine soziale Orientierung an die Hand zu geben.

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