Kita-Neubau in der Wöste
Eine runde Sache

Donnerstag, 29.09.2011, 17:09 Uhr

Greven - Schon nach den Sommerferien 2012 könnten die ersten Kinder „einziehen“. Der Neubau eines Kindergartens in der Wöste ist auf den Weg gebracht. Der Jugendhilfeausschuss beschloss am Mittwoch, die Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland zu übertragen. Der Verband hatte nach Ansicht von Verwaltung und Politik die überzeugendste Bewerbung vorgelegt. Als Investor tritt die „Merker / Wimber GbR“ auf. Das bauliche Konzept steuern die Grevener Architekten Hillebrand und Welp bei.

Die evangelische Jugendhilfe hat sich damit gegen vier weitere Konkurrenten durchgesetzt. Im Verlauf des Bewertungsverfahrens hatte die AWO allerdings ihre Bewerbung zurückgezogen.

Vorgesehen ist ein eingeschossiger runder Baukörper, der insgesamt 760 Quadratmeter Nutzfläche bietet. Die kompakte Bauweise garantiert kurze Wege, wichtiges Gestaltungselement ist die Anordnung der Gruppenräume um eine zentral gelegene Piazza mit Glasdach. Der bauliche Ansatz findet sich auch im pädagogischen Konzept wieder, das von der so genannten Reggio-Pädagogik inspiriert ist: Die offene Arbeit mit den Kindern findet in festen Gruppenräumen statt, die Geborgenheit bieten. Ergänzt wird dies durch Bildungsräume, in denen in Kleingruppen gespielt, geforscht und gelernt wird.

Die Stadt stellt das Grundstück auf Erbpachtbasis 30 Jahre lang kostenlos zur Verfügung und bezuschusst die Einrichtung sowie die laufenden Betriebskosten. Dennoch soll sich das Investorenmodell unter dem Strich für alle rechnen.

Vorgesehen sind drei Gruppen für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren und eine zusätzliche heilpädagogische Gruppe.

Die künftige Kita wird Teil der Klimaschutzsiedlung sein, weshalb der geplante Baukörper hohe energetische Anforderungen erfüllen musste - eine Vorgabe, die die Evangelische Jugendhilfe in Zusammenarbeit mit den Investoren und Architekten offenbar aufs Beste erfüllt. Modernste Wärmedämmung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Strom und Wärme aus eigenem Blockheizkraftwerk, Dreifachverglasung - diese und viele weitere bauliche Maßnahmen führen dazu, dass für das Gebäude pro Jahr rechnerisch nicht mal 700 Euro Heizkosten anfallen.

Daher erhielt die Bewerbung Bestnoten - und das auch noch in anderen Bereichen. Referenzen, Kooperationen, Erfahrung, Finanzierung, Fachliches Konzept: Die Evangelische Jugendhilfe heimste 400 Punkte ein, die anderen Bewerbungen blieben mit Wertungen zwischen 190 und 280 Punkten zum Teil deutlich dahinter. Kindgerecht, anspruchsvoll und wirtschaftlich sei das Gesamtpaket, lobte die Verwaltung und schlug der Politik daher vor, der Evangelischen Jugendhilfe den Zuschlag zu geben - was auch einstimmig erfolgte.

„Da passt alles. Ich möchte gern zustimmen“, bekannte Hans-Dieter Bez (CDU). Gleiches galt für Monika Erben (SPD): „Diese Entscheidung kann richtungsweisend sein. Ich stimme aus vollem Herzen zu.“

Auch Marita Dirks-Kortemeyer, Vertreterin der Lebenshilfe im Ausschuss, fiel die Zustimmung leicht: „Ich kann mich gut damit identifizieren.“

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