Duftsymphonie mit neuer Note
Aktionstag „Wald und Holz“ beim Martinusmarkt / „Dickes“ Geschenk für die Stadt

Greven -

Es duftet nach Glühwein. Und Bratwurst. Und Süßkram. Nach frisch gebackenen Waffeln und Stockbrot und Fischbrötchen. Es ist Martinusmarkt in Greven. Diesmal allerdings hat die Duftsymphonie über der Stadt noch eine neue Note: Es riecht nach frischem Holz, nach Rinde, nach Sägespänen, nach Holzfeuer. Denn der Martinusmarkt 2011 ist verbunden mit einem Aktionstag „Wald und Holz“. Die Zimmerei Huckenbeck zeigt, wie ohne Maschinen aus einem Baumstamm ein quadratischer Balken wird. In der rollenden Waldschule lassen sich ausgestopfte Waldbewohner bewundern. Wer mag, kann mit einem Hometrainer eine Säge betreiben und einen Birkenast zersägen, während er die Mukies trainiert. Die Tischlereien Holtmann und Lehmkuhl präsentieren ihre Produkte. Die Forstbetriebsgemeinschaft und der Landesbetrieb Wald und Forst informieren, sogar ein Waldkino gibt es mit einem meditativen Waldfilm. „Leider haben die Leute alle keine Zeit, sich den Film in voller Länge anzuschauen“, seufzt Förster Theo Lintel-Höping. Drei, vier Minuten, mehr Zeit nimmt sich kaum einer.

Sonntag, 06.11.2011, 17:11 Uhr

Kein Wunder – der Martinusmarkt bietet so viele Attraktionen, dass die wenigen Stunden kaum ausreichen, auch nur einen Überblick zu bekommen. Der größte Besuchermagnet ist natürlich wie jedes Jahr die Gansversteigerung. Diesmal geht kein Kuscheltier ins Rennen, nein, die Gans 2011 zischt wütend ins Mikrofon, Auktionator Johann-Christoph Ottenjann zuckt erschreckt zurück. „Tun Sie die Axt weg“, ruft eine Bieterin den Zimmerleuten in der Nähe zu. „Die hat Angst.“ Als die Axt verschwindet, gibt die Gans Ruhe – und Ottenjann legt los, holt seine drei Hämmer raus. „Wo sehe ich die 100? Wo sehe ich die 138?“ Die freche Gans hat eine Menge Verehrer, schließlich, bei 178 Euro, saust der Hammer nieder – „und zum Dritten.“ Also Pfanne für die Gans? Von wegen. Familie Binder aus Reckenfeld hat einen neuen Hausgenossen. „Wir haben zwei Hunde, mit denen wird sie schon klarkommen“, ist Oliver Binder optimistisch. Fragt sich nur, ob die Hunde mit dem Vogel können.
Und sonst? Es ist ein Martinusmarkt wie aus dem Bilderbuch. Die Straßencafés machen gute Geschäfte – aber auch die Glühweinstände. Die Händler beim Hollandmarkt verkaufen Tulpenzwiebeln und Gemüsereiben und feine Spitze. Die Geschäfte sind voll, die Kaufleute schauen vergnügt, beim Flohmarkt und in der Tafel-Boutique drängen sich die Schnäppchenjäger. Und schließlich bekommt die Stadt noch ein dickes Geschenk: Förster Lintel-Höping hat einen übermannshohen, 1,60 Meter dicken Pappelstumpf aufgetan, Franjo Huckenbeck hat dem Stamm ein kunstvolles Dach aufgesetzt und eine Bank darunter gebaut. Der „Wetterpilz“ soll am Naturlehrpfad in den Püppkesbergen aufgestellt werden. Aber wer weiß, vielleicht macht das Ding Schule? Eine Marktbesucherin jedenfalls hatte schon eine Idee: „So was brauchen wir im Niederort an den Kastanien – damit uns dort die Tauben nicht ständig von oben beglücken.“

Mehr Bilder zum Thema
in den Fotogalerien auf
www.wn.de

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/37502?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F698717%2F698719%2F
Wenn Tische zu Tanzflächen werden
37. Auflage von „Altstadt live“: Wenn Tische zu Tanzflächen werden
Nachrichten-Ticker